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Foren - Tauchunfälle - TU Baggersee Kürzell 6.6.




  

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TU Baggersee Kürzell 6.6.
Abgesandt von Armin am 14.06.2003 - 22:39:

Danke an Matt für die Info:

In der Mittelbadischen Presse befand sich am 07.06.2003 ein haarsträubender Bericht zu einem Tauchunfall, der sich so am 06.06.2003 am Baggersee in Kürzell zugetragen haben soll:

Demzufolge seien zwei französische Taucher "schneller als es der Druckausgleich zuließ" (?) aus einer Tiefe von 50m bis auf 15m aufgestiegen. Dort habe ein Taucher gewartet, während der andere an der Oberfläche Hilfe organisiert und seinem Buddy mit "Sauerstoff" (?)erneut in der Tiefe von 15m (!) ausgeholfen haben soll. Letztlich sei eine in Kehl (?) alarmierte Rettungskette bei der Organisation durch einen Verkehrsstau auf einer Rheinbrücke verhindert (!) gewesen, die Taucher sollen in die Druckkammer der Uniklinik Freiburg (?) gebracht worden sein. Bunt bebildert war der ganze Artikel mit einer Aufnahme eines gelandeten Rettungshubschraubers.

Neben allerlei Spekulationen - denn dieser Artikel läßt nichts anderes zu - möchte ich mal annehmen, daß den beiden Tauchern die Luft bei einem Tieftauchgang knapp wurde und man hoffentlich nur versucht hat, Preßluft auf eine 15m-Dekostufe zu bringen. Die Taucher dürften dann auch wohl eher in das Druckkammerzentrum Freiburg GmbH am St. Josefskrankenhaus verbracht worden sein, die Universitätsklinik verfügt über keine derartige Einrichtung.

Daß ein Taucher aber nach Auslassen einer Dekompression erneut ins Wasser springt und offensichtlich ein völlig ungeeignetes Rettungssystem alarmiert hat, dürfte sich auch aufgrund einer unqualifizierten Berichterstattung in der Lokalpresse für den Tauchsport in der Umgebung negativ auswerten. Leider war der See in der Vergangenheit (dank der Heerscharen, teilweise auch verantwortungsloser Taucher) regelmäßig Schauplatz von in der Öffentlichkeit gemeinhin als "Tauchunfall" deklarierten Vorfällen.

Bevor ich mich nun aber weiter mit Spekulationen aufhalte: Kann jemand die Fehlinformationen der Mittelbadischen Presse aufklären?
Danke, mit freundlichen Grüßen
Dr. Matt Siebert (Tauchmedizin, OWSI)



Antwort von diveking am 14.06.2003 - 23:05
das kann nur der matschelsee gewesen sein, war ja schließlich nur ne frage der zeit, bis da mal wieder was passiert, wenn ich jedes wochenende diese spinner (franzosen) zu hunderten da sehe
Antwort von diveking am 14.06.2003 - 23:07
oder war das jetzt nen fehler das ich den see beim namen genommen hab, na da bin ich ja mal auf sonntag gespannt
Antwort von Matt am 15.06.2003 - 01:46
@ diveking:
Habe den Bericht eigentlich ohne Wertung einer Nationalität rübergebracht. Deine "Spinner" gibt es auf beiden Seiten des Rheins.... Und wohin sollen französische Taucher ausweichen, wenn drüben Tauchverbot herrscht?
Es ging mir mehr um die Verantwortungslosigkeit einiger Taucher und dem Bild unseres Hobbys, welches von einem inkompetenten Lokalredakteur in der Öffentlichkeit verbreitet wird.
Antwort von Harry am 15.06.2003 - 19:37
Die Inkompetenz dieser sogenannten "Berichterstatter" ist schon teilweise mit diesem Wort zu schwach umschrieben. Mehr Infos zu diesem (und anderen) Tauchunfällen wären hilfreich. Allzeit Gut Luft!!!
Antwort von Locki am 16.06.2003 - 09:25
@Armin
Hast Recht die Presse hat mal wieder großen Mist geschrieben.

Bedingt eines Abblasers der 2. Stufe, mußte die DEKO der beiden Taucher abgebrochen werden.
An der Oberfläche schrien die zwei franz. Taucher um Hilfe. An der Oberfläche befindliche Passanten halfen den beiden Tauchern mit DTG`s aus.
Eine nasse Rekompression wurde durchgeführt und die Rettungskette eingeleitet.

Hier wurden dann DLRG, Wasserwacht und DRK alarmiert.
DLRG und Wasserwacht waren zuerst am Unfallort und betreuten die beiden Verunfallten.
Weshalb später die Feuerwehrtaucher noch alarmiert worden ist, kann ich nicht sagen.

Die beiden Taucher sind in die Uni Klinik nach Feiburg geflogen worden, da die Dekokammer in Freiburg über kein Hubschrauberlandeplatz verfügt.


Antwort von Kralli am 17.06.2003 - 09:04
Solange Zeitungsredakteure und auch Fernsehregisseure nicht mal den Unterschied zwischen Pressluft und Sauerstoff wissen und wohl auch garnich wissen wollen, wird sich so eine Berichterstattung nicht vermeiden lassen. Und die nüchterne Wahrheit reicht den Medien doch schon lange nicht mehr.
Antwort von Frank am 17.06.2003 - 14:16
Das habe ich auf der Seite des DLRG gefunden :
Nach Tauchunfall Betreuung einer nassen Dekompression bis Übergabe an Tauchkammer

Ein Tauchpaar aus Frankreich tauchten am Freitag den 06.06.03 im Matschelsee bei Kürzell. Aus ungeklärten Gründen hatte die Frau auf 54m tiefe keine Luft mehr in der Flasche. Sie retteten sich durch einen Schnellaufstieg auf 0m wo sie mit Hilfe schreien auf sich aufmerksam machten. Glücklicherweise befand sich ein Rettungstaucher in Ausbildung am Unglücksort, der schnell und überlegt die Scheibe des Autos der Taucher aufschlug und ihnen die restlichen Tauchflaschen brachte. Das Taucherpärchen ging zu DEKO für 5 min auf 20 m Tiefe. Nach dem eintreffen der DLRG machten sich zwei Rettungstaucher zur Betreuung und der zweiten DEKO Phase auf 5m tiefe auf den Weg. Es stellte sich heraus das das Pärchen relativ Glücklich davon kamen. Es wurden zwei RTH gerufen, die die verletzten in die Druckkammer nach Freiburg flog.

Ein glücklicher Zufall war, das sich die DLRG gerade zum Einsatzzeitpunkt an der Wachstation befand und somit eine Eingreifest von 7 min, bei 9 km Anfahrtsweg, dieser Frau wahrscheinlich das Leben rettete, denn am Unfallort gab es nur noch zwei Tauchflaschen mit 100 bar, die für eine längere Anfahrtszeit wahrscheinlich nicht gereicht hätte.

Am Einsatz beteiligt:
OG Schwanau: 1 GWW
OG Lahr: 1 GWW
Rettungsdienst: 1 NEF, 2 RTW, 2 RTH (1 Chrostoph, 1 Rega)
BF Straßburg: 1 GWW, 1 RTB
FF Kehl: 1 Leitwagen für BF Straßburg
Wasserwacht: 1 TEF, 1 BGF, 1 MZB

PS : finde es nicht so toll das in unserem See wo ich schon als Kind gebadet habe jetzt jedes Wochenende dutzende Taucher sind.
Vor allem die ganzen Franzosen parken alles zu....
Bin ja selbst Taucher, aber hallo..
Antwort von diveking am 17.06.2003 - 15:46
@frank bin ganz deiner meinung ,nachbar,


aber dieser satz-------> Aus ungeklärten Gründen hatte die Frau auf 54m tiefe keine Luft mehr in der Flasche
Antwort von calander am 23.06.2003 - 09:54
Hui (schauder...) Ich war schon ein paar mal im Matschelsee, und habe auch einen Riesenrespekt, da er doch relativ tief ist. Ich denke die Vernunft sollte immer siegen!!! Ich beobachte oft, dass unsere elsässischen Freunde damit nicht so konservativ umgehen. Mal gehen sie ohne Buddy-Check, mal alleine...(oder die Ausrüstung sieht derart abenteuerlich aus...)eigentlich nicht nur super unvernünftig sondern auch dumm und gefährlich dann auch anderen gegenüber, die sich teilweise selbst in Gefahr bringen, um Leben zu retten. Also: grosse Hochachtung vor unseren ganzen Rettungsengeln und ein "buh" an die unvernünftigen Tauchern unter uns!!!
Antwort von TheSoloDiver am 28.06.2003 - 10:22
Tieftauchen am Haldenprofil wie im M.See halte ich für sehr problematisch. Der Luftverbrauch und die damit verbundene Aufsättigung mit Stickstoff bereits beim Abstieg stellen ein unnötig großes Risiko dar. Entweder man(n)/frau führt aureichende Luftreserven mit (Doppel-10l PTG z.B.) oder taucht einfach nicht bis ganz runter. Der M.See ist eh im Bereich von 0-10m am schönsten ! Wie war das nochmal mit dem T-Signal zum Buddy bei 100bar Restdruck ????
Antwort von patrick Registriertes Mitglied am 04.12.2003 - 12:30
Ich kann es mir nicht verkneifen, warum diese permanenten Vorurteile?

Die Tauchbedingungen in Frankreich sind vergleichbar mit unseren, die französischen Gesetzte jedoch um einiges strenge und der Zugang der französischen Seen wird viel restriktiver gehandhabt als hierzulande. Obwohl immer mehr französische Taucher am Matschelsee anzutreffen sind ist die Entwicklung der Anzahl der deutschen Taucher vergleichbar.

Warum nur diese „Ausländerfeindlichkeit“?

Die Kritik derer, die sich mit den Französischen Taucher am Matschelsee nie auseinandergesetzt haben ist mir unverständlich! Die Philosophie des Tauchens ist in Frankreich eine ganz andere als die, die wir kennen! Dekotauchgänge sind in Frankreich nichts außergewöhnliches, ab einer gewissen Ausbildungsstufe wird ein Taucher in Frankreich für das „Dekotauchen“ und tauchen in Tiefen >40 Meter ausgebildet!

Die meisten Taucher die mir in Kürzel begegnen sind mündig. Warum können wir uns nicht darauf konzentrieren unser eigenes taucherisches Können zu verbessern und fühlen uns immer dazu berufen, ohne Kenntnisse über Ausbildungsstand, Erfahrung, Ausrüstung usw. andere Taucher (Nationalitätstunabhängig), deren Tauchverhalten zu kritisieren und zu verurteilen?

Keiner von uns ist vor einer Notsituation sicher, ob Nullzeit - TG oder nicht, ob bei 10 oder 60 Meter... Die Bereitschaft einzelner Taucher höhere Risiken einzugehen sollte, wenn nicht respektier dann doch zumindest akzeptiert werden!

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