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 Geschrieben von Claudia, Herbert und Robert

Die Große: Mallorca


Allgemeines
Flora und Fauna
Nationalparks, Naturparks, Naturmonumente und Naturreservate
Eine wechselvolle Geschichte
Fluch und Segen des Tourismus

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Allgemeines

Mallorca (lat. insula maior, später Maiorica) ist die „größere Insel“, gemeint ist: größer im Vergleich zu Menorca und ohnehin die größte der Balearen. Die maximale Ost-West-Ausdehnung von 98 Kilometern und eine Nord-Süd-Ausdehnung von 78 km klingen nach einer eher kleinen Insel, doch das ergibt immerhin eine Fläche von 3.624 Quadratkilometern, genug, um neben den Hochburgen des Massentourismus Naturschönheiten und Geheimtipps zu verbergen. Das trifft genauso auf die Küstenlinie von 398 km Länge zu.

Mallorca bietet – je nach den geologischen Gegebenheiten der jeweiligen Region – recht unterschiedliche Landschaften. Die Serra de Tramuntana, eine Gebirgskette, die parallel zur Nordküste verläuft und ihren höchsten Punkt mit dem Puig Major (1.445 Meter) erreicht, dominiert den Nordwesten. Hier sind die Individualisten am besten aufgehoben, die, die steile und unzugängliche Felsküsten mit nur kleinen, steinigen Stränden suchen. An den Seitenhängen der Berge mit ihren zahlreichen Wildbächen haben sich fruchtbare Täler gebildet, in denen z. B. in der Gegend um Sóller Apfelsinen- und Zitronenbäume gedeihen. Auf den typischen Terrassen in Estellencs, Banyalbufar, Deià oder Valldemossa werden Tomaten, Bohnen und Weintrauben angebaut.

An die Serra de Tramuntana grenzend, liegt im Zentrum der Insel Es Raiguer. Hier gibt es zwar reichlich Wasser, aber wenig flaches, kultivierbares Gelände. In Es Plà, der Ebene, dagegen herrschen ausgedehnte ebene Flächen vor, von denen die meisten landwirtschaftlichen Produkte für den täglichen Verbrauch wie Kartoffeln, Reis, Mais und verschiedene Gemüsesorten stammen. Von Nordwesten nach Südwesten fällt das Terrain bis zum Meer sanft ab. Vor allem dort locken die Buchten mit ihren langen feinsandigen Stränden die Massen an.

Im Südwesten Mallorcas blickt die große Bucht von Palma auf das westliche Mittelmeer. Hier lag die alte Hauptstadt des ehemaligen Königreichs Mallorca und hier ist das gegenwärtige politische und ökonomische Zentrum der Autonomen Region der Balearen. Im Süden liegt Cabrera, heute sowohl im Meer als auch an Land ein Nationalpark und im Westen Sa Dragonera, vom Inselrat Mallorcas ebenfalls zu einem Naturschutzgebiet erklärt.

Auf Mallorca lebt knapp eine Million Menschen, davon allein 376.000 in der Hauptstadt Palma. Die nächst größeren Gemeinden sind Calvià (43.499), Manacor (35.908), Llucmajor (29.891), Marratxi (28.237), Inca (26.504), Felanitx (16.566), Pollença (15.987), Alcúdia (15.897) und Sóller (12.521). Darin enthalten sind über 100.000 Ausländer mit Aufenthaltsgenehmigung.

Amtssprachen sind Katalanisch und Spanisch (Kastilisch). Der auf der Insel gesprochene katalanische Dialekt wird Mallorquí genannt. Seit 1983 ist Mallorquí gleichberechtigte Amtssprache. Mallorca gehört zum Autonomiegebiet der Balearen. Das entspricht in Deutschland oder Österreich etwa einem Bundesland. Das Autonomiegebiet wird von Palma aus regiert, jede Balearen-Insel hat jedoch auch einen Consell Insular, einen Inselrat. Mallorca ist in sechs Regionen aufgeteilt, die traditionell comarques genannt werden, die aber keine politischen Grenzen darstellen: Palma, Serra de Tramuntana, Llevant, Pla de Mallorca, Raiguer, Migjorn. Politisch ist die Insel in 53 Gemeinden mit Verwaltungssitzen – municipis – gegliedert.

Die Serra de Tramuntana, ein bis 20 Kilometer breiter Gebirgszug, mit 46 Gipfeln über 1.000 m Höhe, bildet die zerklüftete, nordwestliche Bergregion und erstreckt sich mit fast 100 Kilometer von der Insel Sa Dragonera bis zum Cap Formentor. Die Serra de Llevant im Südosten der Insel, die sich im Norden auf die gesamte Halbinsel von Artà erweitert, erreicht eine Höhe von über 500 Metern. Im zentralen Teil Mallorcas befindet sich die Ebene Es Pla, die nur von kleineren Höhenzügen unterbrochen wird. Die Ebene wird von den großen Buchten von Pollença und Alcúdia im Nordosten und Palma im Südwesten zum Meer hin abgeschlossen. Dort befinden sich viele der langen Sandstrände, die das Hauptziel für die meisten Urlauber sind.

Das Klima - neben der Nähe zu Mittel- und Nordeuropa sicher einer der Hauptgründe für den enormen Erfolg Mallorcas - ist gemäßigt bis subtropisch, mit kurzen, milden Wintern und heißen Sommern. Die durchschnittlich 7,9 Sonnenstunden am Tag sind ein starkes Argument … Die durchschnittlichen Niederschlagsmengen betragen im Norden immerhin kaum vermutete 1.400 Millimeter, im touristischen Süden hingegen nur 400 Millimeter.

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Flora und Fauna

Mallorca besitzt eine reiche Flora aus über 1.500 Arten. Die größte und landschaftlich reich gegliederte Baleareninsel besteht aus einer schroffen Kalk-Gebirgskette im Norden – Puig Mayor (1.440 m), Massanella (Niederschlag um 1.500 mm) und dem weitgehend flachen Kulturland im Süden (800 mm Regen). Berühmt ist die Blüte der unzähligen Mandelbäume im Januar/Februar – ein Genuss für alle Sinne. Die Küsten sind teils Sandstrände, teils felsig und oft mit Aleppoföhrenwald bepflanzt. Im Nordosten erstrecken sich drei Halbinseln mit über 500 m hohen Felsenkaps weit hinaus ins Meer; das wildeste – Cap Formentor – ist durch eine Straße erschlossen, die zwei südlich folgenden sind unbesiedelt und einsam. Sandstrände mit Dünen finden sich im Osten und Süden; neben der üblichen Garnitur von Strandpflanzen wächst hier als Besonderheit das Katzenköpfchen (Helianthemum caput-felis; ein Standort am Capu Mannu in Westsardinien). Schöne Steineichenwälder mit Matorral finden sich nur mehr im Gebirge (z. B. um das Kloster Lluc, Massanella: Waldgrenze bei ca. 1.200 m).

Im Matorral sind als Besonderheiten zu erwähnen: Anthyllis cytisoides, Thymelaea myrtifolia, Cneorum tricoccum, Viola arborescens und – oft dominant – Hypericum balearicum. Bei starker Beweidung treten Igelpolster von Astragalus balearicus und verdornte Zwergsträucher wie Teucrium subspinosum auf. Große Flächen auf den entwaldeten Ostkaps und im Gebirge werden von sekundären Ampelodesmos-Hochgrasfluren eingenommen, in denen an manchen Orten hochstämmige Gruppen von Zwergpalmen (Chamaerops) wachsen. Besonders interessant sind die zahlreichen (ca. 60) Endemiten der Felswände und Schluchten, z. B. Aristolochia bianorii, Crepis triasii, Helichrysum ambiguum, Pastinaca lucida, Hippocrepis balearica, Rhamnus ludovici-salvatoris, Brassica balearica, Bupleurum barceloi, Viola jaubertiana, Paeonia cambessedesii, Senecio rodriguezii, Lotus teraphyllus, Cyclamen balearicum, Erodium chamaedryoides und Digitalis dubia. In den Karstfelsfluren der Gebirge fällt neben den überweideten Phlomis italica-Fluren ein sparriger, blattloser und verdornter Kleinstrauch auf (Smilax aspera subsp. balearica), dessen Typusart im Matorral als immergrüne Liane bis in die Baumkronen klettert.

Weniger artenreich ist die Fauna Mallorcas, die einige interessante Amphibien- (darunter die erst Ende der siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts wieder entdeckte, endemische Mallorca-Geburtshelferkröte) und Reptilienarten, nur wenige Säugetiere, aber recht viele Vogelarten umfasst.

Die Mallorca-Geburtshelferkröte (Alytes muletensis) wurde zuerst aufgrund von Fossilien beschrieben. Lebendfunde gelangen erstmals im Jahr 1979. Bis dahin hielt man die Art für ausgestorben. Die Art ist selten größer als 3,5 Zentimeter und wirkt weniger gedrungen und kurzbeinig, sondern mehr wie ein zierlicher Frosch. Zu diesem Eindruck trägt auch die weniger warzige Haut bei. Die Oberseite ist meist von olivgrünen bis schwarzen Flecken auf hellgrauem bis goldgrünlichem Grund geprägt. Die Augen treten stark hervor. Die Männchen tragen nur je sieben bis zwölf große Eier aus. Die Mallorca-Geburtshelferkröte lebt endemisch auf der Hauptinsel der Balearen in Karst-Erosionsschluchten der Serra de Tramuntana.

Bei ihren Kaulquappen wurde beobachtet, dass sie auf Ausscheidungen der Vipernnatter (Natrix maura) mit einer Veränderung ihres Körperbaus reagieren, indem sie schlanker und muskulöser und damit schneller werden. Wittern sie dagegen ihre Fressfeinde, schwimmen sie nur langsam und halten sich meist in Verstecken auf. Die Kröten meiden Substrate, die Schlangengeruch aufweisen. Diese Anpassung ist relativ jung, da die Vipernnatter erst vor etwa 2.000 Jahren von den Römern nach Mallorca eingeschleppt wurde.

Die einzigen wildlebenden größeren Säugetiere sind verwilderte Hausziegen in der Serra de Tramuntana. Bemerkenswert sind der endemische Balearen-Sturmtaucher (Puffinus mauretanicus), Purpur- und Seidenreiher, Zwergrohrdommel, Mönchsgeier sowie der Rosa-Flamingo. Der Balearen-Sturmtaucher, auf Katalanisch Virot, ist einer der seltensten Sturmtaucher. Vermutlich leben nur noch 2000 Paare dieser Art.

Die größte Brutkolonie mit etwa 1.000 Brutpaaren kommt auf Formentera vor. Weitere Brutvorkommen gibt es auf Mallorca. Kein Wunder, dass Puffinus mauretanicus auf Initiative von BirdLife International in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN (2006) steht.

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Nationalparks, Naturparks, Naturmonumente und Naturreservate

Parc Nacional Archipiélago de Cabrera, Parc Natural de Mondragó, Parc Natural de S'Albufera de Mallorca, Ses Fonts Ufanes, Torrents de Pareis, del Gorg Blau i de Lluc (Geschützt wird das zweitgrößte Schluchtensystem des Mittelmeerrraumes nach der Samariaschlucht auf der Insel Kreta), Area Natural Barrancs de Son Gual i Xorrigo, Area Natural Serra de Tramuntana, Area Natural Bonany, Area Natural Cala Mesquida-Cala Agulla und viele weitere.

Drei Gebirgszüge rahmen die Insel im Südosten, Nordwesten und Osten ein, die wenig spektakuläre Serra de Llevant und die berühmte, über weite Strecken nicht besiedelte Serra de Tramuntana, in der die höchsten Berge der Insel, der Puig Major (1.445 m), der Puig de Massanella (1.367 m), der Puig Tomir (1.103 m), der Puig de l´Ofre (1.093 m), der Puig des Teix (1.064 m) und der Puig des Tossals Verds (1.147 m) liegen.

In den drei Gebirgszügen Mallorcas findet sich auch der bekannte Canyon Torrent de Pareis und die beiden Trinkwasser-Speicher-Seen Cúber und Gorg Blau sowie im Osten die Serra de Llevant mit dem höchsten und kompaktesten Massiv der östlichen Bergkette. Acht niedrige Berge gehören dazu, wobei der Puig de Ferrutx (552 m) der höchste ist und Puig d´en Mir (256 m) der niedrigste. Das Gebiet von Cap de Ferrutx mit seinen Felseinschnitten ist Schutzraum für Fischadler und Wanderfalke.

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Eine wechselvolle Geschichte

Die Hochburg des Tourismus hat eine wechselvolle Geschichte. Eine Reihe von prähistorischen Bauten zeugt von der frühen Besiedlung der Inseln: Necròpoli de Son Real (Can Picafort, Gemeinde Santa Margalida), Capocorb Vell (Llucmajor), Ses Talaies de Can Jordi (Santanyí), Poplado Talaiótico de S'Illot (S'Illot), Talaiot de Sa Canova (Ctra. Artà - Colònia de Sant Pere) und einige mehr.

Nähere Information zur Talayot Kultur haben wir im Unterartikel "Geschichte" zusammengefasst.

Anbei eine kleine Übersicht der Geschichte (entnommen aus Wikipedia):

• um 3.500 v. Chr: Aus dieser Zeit stammen erste prähistorische Spuren.
• um 1.500 v. Chr: Die Talaiot-Kultur, die balearische Variante der Bronze- und Eisenzeit beginnt. Die Talaiot-Kultur steht in Handelsbeziehungen mit den Phöniziern und Griechen.
• 123 v. Chr.: Römische Invasion. Caecillius Metellus Balearicus gründet die Städte Pollentia (heute Alcúdia) und Palma (von lateinisch palma, Siegespalme).
• 450 n. Chr: Die Vandalen erobern die Balearen.
• 534 n. Chr: Oströmische Truppen erobern Mallorca.
• 902: Mallorca wird von den Mauren erobert.
• 1229: Im Rahmen der Reconquista wird Mallorca von den aragonischen Truppen unter Jaume I. erobert.
• 1276: Jaume II. ruft das Königreich Mallorca aus.
• 1349: Pere IV. von Aragón vertreibt Jaume III. und in der Folge wird Mallorca aragonische Provinz. Bis zur Autonomie von 1983 wird die Insel vom Festland her regiert.
• 19. Jahrhundert: Anfang des Tourismus. Berühmt ist der Aufenthalt des polnischen Komponisten Frédéric Chopin und der französischen Schriftstellerin George Sand (Ein Winter auf Mallorca) in Valldemossa.
• 1936: Im Spanischen Bürgerkrieg fällt Mallorca in den Machtbereich der Falange.
• 1960er Jahre: Der Massentourismus setzt ein.
• 1978: Spanien wird parlamentarische Monarchie.
• 1983: Die Balearen werden autonome Region.

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Fluch und Segen des Tourismus

Mallorcas Wirtschaft ist von Tourismus geprägt. 1960 besuchten rund 360.000 Touristen die Insel, 1970 waren es bereits mehr als 2 Millionen. Heute liegt die Zahl der Urlauber bei knapp 10,5 Millionen. Hinzu kommen noch ca. 2 Millionen Tagestouristen. Einen neuen Rekord gab es 2006 mit rund 12 Millionen Touristen, von denen etwa 39 Prozent Deutsche waren. Der Flughafen Son Sant Joan fertigte 2005 unglaubliche 21 Millionen Fluggäste ab. Insgesamt stehen den Gästen rund 286.400 gemeldete Hotelbetten in 1.600 Hotelanlagen zur Verfügung (Stand: März 2006). Doch es würde verwundern, wenn die offizielle Zahl schon alles wäre … Die Dunkelziffer der nicht gemeldeten Betten wird nach Schätzungen mit rund 100.000 angenommen.

Die Mehrzahl der Touristen stammt aus Deutschland und Großbritannien. Geradezu zum Symbol für den deutschen Massentourismus, der zum Glück weite Teile der Insel nicht berührt, ist der Ort S'Arenal, für den englischen - Magaluf, geworden.
Eine wesentlich geringere Zahl von Individualtouristen gehen etwa in der Serra de Tramuntana wandern oder Rad fahren. Hinzu kommen die etwa 35.000 ausländischen Bewohner, die sich auf Mallorca niedergelassen haben und sich zum Teil auch in die dortige Gesellschaft integrieren.

Die vielen Touristen und die niedergelassenen Europäer aus dem Norden sind gut für die Wirtschaft: Die Mallorquiner erwirtschaften eines der höchsten Pro-Kopf-Einkommen Spaniens: 17.000 Euro gegenüber 13.500 Euro im spanischen Durchschnitt. Unschwer zu erkennen, woher die Wirtschaftskraft kommt: Haupteinkommensquelle ist mit 75 Prozent der Dienstleistungsbereich Tourismus, gefolgt von der Bauindustrie mit rund 10 Prozent. Fast drei Viertel der Insel sind landwirtschaftliche Nutzflächen. Die Landwirtschaft stellt 11 Prozent der Arbeitsplätze der Insel, trägt aber nur 2,5 Prozent zum Bruttonationaleinkommen bei. Bedeutende Wirtschaftszweige sind auch der Bergbau (vor allem Marmorabbau), Leichtindustrie (Leder, Keramik, Perlen, Glas) und die Fischerei.

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