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Individualität von der Stange
Premiere-Dive Ägypten 2006 von Roger Tours
Oktober 2006 - die letzte Tour der Trilogie "Premiere-Dive Ägypten" - mit Betonung auf Ägypten. Was macht eine solche Tour aus? Große Teilnehmerzahlen, ist das ein Schwachpunkt des Konzeptes? Was sind die Vorteile für den Taucher? Was sagen die Teilnehmer zu so einer Art Tour? Taucher.Net folgte der Einladung von Roger Tours und ging diesen Fragen auf den Grund.
Der Premiere-Gedanke
Roger Winter taucht seit 1969. Fast genauso lange existiert das Reiseunternehmen Roger Tours einschließlich Tauchschule und Tauchshop. Und Roger Tours gehört zu den "boot"-Ausstellern der ersten Stunde. Die Industrie rückte immer weiter vom Taucher weg, was bei Roger Tours die Idee vom runden Tisch der Tauchszene, ein "come together" bei lockerer Gelegenheit hervor rief. Und wenn wir von Herstellern sprechen, so ist das im Fall der Ägypten-Premiere 2006 wieder einmal MARES - dazu Waterproof und Seareq.
"Es wurde nicht selektiert, jeder hat die Chance dabei zu sein. Ein anderes Mal sind andere Firmen dabei" meint der Veranstalter.
Makro...
Delfine...
...fast zum Greifen nah
Faszinierende Begegnungen mit Schildkröten...
und Erholung, wie hier an Bord der Golden Dolphin I.
Premiere-Dive scheint ein bewährtes Programm aus dem Hause Roger Tours zu sein, welches in Ägypten im Jahr 2004 seinen Anfang nahm. Die Philosophie, die dahinter steckt, hat mehr zum Inhalt als reinen Kommerz. Taucher, Tauchjournalisten, Hersteller und Veranstalter an einen Tisch bringen - das ist der Grundgedanke der PREMIERE-Touren. Und der Taucher soll einen Mehrwert im Vergleich zu anderen Reisen erfahren. So ein Mehrwert kann sein, dass Tauchartikel-Hersteller Testequipment an Bord zur Verfügung stellen, Gewinnspiele die Option auf attraktive Preise bieten, die ein oder andere außergewöhnliche Rahmenveranstaltung wie eine Leuchtturmparty auf den Brothers geboten ist und vieles mehr. Am 14. Oktober 2006 startete die Premiere-Tour, mit Destination Hurghada.
Die Reiseziele der Premiere-Reisen waren bisher Ägypten, Norwegen und auch Deutschland. Doch das Programm geht weiter - und auch die Reiseziele sind weiter entfernt: Im Dezember 2007 wird die erste Asien-Premiere stattfinden, aus Insiderkreisen war auch schon das Wort "Südafrika" zu vernehmen. Alle Touren sind als Gruppenreisen konzipiert und füllten mitunter fünf, sechs und mehr Safarischiffe.
Fotoshooting unter Wasser: Mares und Waterproof
Bei diesem Aspekt werden nun zahlreiche Taucher aufschreien, sehen die Individualität gefährdet, befürchten Massen von Tauchern, einen großen Rummel an Tauchspots. "Massenveranstaltungen..." lauten die (Vor)Urteile. Doch die jahrzehntelange Erfahrung von Roger Winter setzte genau an diesem Punkt an...
"Jede Reise ist eine Gruppenreise!"
So Roger Winter von Roger Tours "Und es beginnt beim Checkin am Flughafen - dort steht man bereits in einer Warteschlange... also in einer Gruppe. Weiter geht es im Flugzeug, bei der Ankunft und beim Transfer. Gruppenreise - ist ein Hotelaufenthalt, eine Safari und sie endet letzten Endes vor der eigenen Haustür. Nur mit dem Unterschied, dass du dich bei einer organisierten Gruppenreise in einer dir bekannten Gruppe befindest, dich wohler fühlst als mit völlig Fremden."
Die Argumentation ist schlüssig und entbehrt nicht einer gewissen Logik. Doch was ist mit Massentauchen an den Divespots? Roger kontert sogleich: "Hey, schau dich um: Wie viele Boote siehst du?" Nach einem Rundblick führt selbst mehrfaches Zählen zum gleichen Ergebnis: Zwei. Ok Zufall, aber gestern am Wrack der Thistlegorm, da waren es mehr Schiffe! Aber wollen wir fair bleiben, DIESES Wrack alleine zu betauchen grenzt an ein Wunder... Ein Teil der Organisation ist, dass selten mehrere Schiffe der Premiere-Tour an einem Ort zur gleichen Zeit ihre "Tauchfracht" zu Wasser bringen.
Die Golden Dolphin II (links) und die Golden Dolphin I (rechts)
die einzigen Schiffe am Spot
Equipment 2007
Testequipment war in Massen dabei - nicht nur von MARES:
Produktmanager Michael Hiller
Omnipräsent waren auch die Anzüge von Waterproof
Präsentation der neuen Wetsuits von Waterproof
links Edmund Uwe, Waterproof - rechts Roger Winter
Namhafte Hersteller von Tauchequipment wie MARES und Waterproof waren mit an Bord und gewährten Ausblick auf die Produktpalette 2007 - etwas, was vielen anderen Tauchern erst im Januar zur "boot 2007" möglich sein wird. Und es gab tolle Gewinnspiele, unter anderem ein Wettbewerb in zwei Runden, ausgetragen von MARES. Und die Preise für die Gewinner konnten sich sehen lassen: der Hauptpreis war ein Atemregler MR 22 Abyss und Platz 2 eine Tauchmaske des Herstellers aus Rapallo. Und selbst der Trostpreis für die Dritte, eine Flasche Wein, war den harten Wettbewerb wert.
MARES-Produktmanager Michael Hiller (stehend)
und die drei Gewinner des MARES-Wettbewerbs
Die "Produkte 2007" waren nicht nur zum Ansehen dabei, sondern konnten von den Premiere-Teilnehmern ausgiebig getestet
werden. Die neuesten Jackets von MARES oder eine Vielzahl von Nassanzügen des schwedischen Anzugherstellers Waterproof standen zur Auswahl. Eine Besonderheit war hierbei, dass die Tester das neueste Equipment als Erste käuflich erwerben konnten - wie gesagt, die Kataloge waren noch nicht am Markt!
Talk & Party
Gute Stimmung herrschte jeden Tag an Bord, das Tauchen kam nicht zu kurz und für die Kurzweile am Abend sorgten besondere Aktionen - und die gab es zahlreich:
- Die Willkommensparty am ersten Abend,
- das ein oder andere Barbeque am Tauchdeck,
- gemütliches Beisammensein bei Feuer, ägyptischer Musik und Getränken am Bluff Point,
- Infoabende von MARES und Waterproof,
- der Thistlegorm-Themenabend mit O-Ton von Roger Winter zu seinem ZDF-Film "Tauchfahrt in die Vergangenheit – Das Wrack der SS Thistlegorm", Berichte von den damaligen Überlegungen, Recherchen und Planungen
- Ausblicke auf die Premiere-Dive-Zukunft: "Was sind die nächsten Touren?" u. v. m.
Partystimmung am Begrüßungsabend auf der Golden Dolphin II
Allerdings gab es am nächsten Tag kein Pardon, wenn es hieß: "Briiiiiiieeeeeeeefing!" Der frühe Taucher sieht den Fisch, und die kühle Luft des ägyptischen Morgens verlangte dem Taucher einiges ab, das warme Bett zu verlassen und sich den Weisungen der Guides zu stellen.
Morgendlicher Standardanblick an Bord der Golden Dolphin II: Müde Taucher an Bademantel und Tee
Die Tauchmedien waren in ausreichend großer Zahl vertreten: UnterWasserWelt, Tauchsport SeaStar mit Andreas Wackenrohr und natürlich Taucher.Net! Eine Woche war schnell vorbei, und leider boten sich viel zu selten Möglichkeiten, dem Gedankenaustausch im Sinne von "Premiere-Touren verbinden" zu frönen.
Onlineberichterstattung live von der Thistlegorm by Taucher.Net
Zu diesem Punkt gab es auch negatives Feedback von manchem Gast: Vor lauter Programm und Kurzweile bestand kaum Gelegenheit für einen Austausch der Gäste von Boot zu Boot - die Zeit war viel zu kurz und so mancher hätte sich noch ein paar Tage gewünscht, dann "...hätte es auch mit dem Nachbarn geklappt..."
Sicher ironisch gemeint, doch die Sprache ist die Kleidung der Gedanken. Vielleicht ein Hinweis für die Premiere-Zukunft im Sinne von "Weniger ist mehr".
Farbenpracht nicht nur unter Wasser, sondern auch am abendlichen Buffet
Trotz Größe des Events - eine Tour der besonderen Art
Eine Wracktour im Norden ist nichts Besonderes, gehören doch die Thistlegorm und Rosalie Moeller zu den Meistbetauchten Wracks weltweit. Doch keines der zahlreichen Safariboote hatte Roger Winter an Bord. Jener, der Anfang der 90er gemeinsam mit Freunden das Wrack der "SS Thistlegorm" wiederentdeckte. Und daraus entstand der ZDF-Film "Tauchfahrt in die Vergangenheit – Das Wrack der SS Thistlegorm" - ein ansehnliches Filmwerk einschließlich Planung, Organisation, Regie und Dreharbeiten.
Sowohl auf der Golden Dolphin I als auf der Golden Dolphin II bot der Film abendfüllendes Programm, um dann beim Tauchgang an der "Blauen Distel" - so die Übersetzung des gälischen Schiffsnamens - live nachgespielt zu werden. Viele Insider-Informationen waren zu hören, Dinge, die man sonst auf keiner anderen Safaritour hören kann. Wiederum eine Impression jenseits des Tauchtourismus von der Stange.
15 Jahre später - Roger Winter im Laderaum der Thistlegorm
Was nicht fehlen durfte, ist das Naturschutzgebiet Ras Mohammed. Nahezu Pflichtprogramm, obgleich immer enttäuschender: Der Tauchplatz "Shark Observatory" bürgt fast schon durch seinen Namen dafür, dass sich kein Hai hierher verirrt. Selbst ein Trip ins Blaue einschließlich "Fisch- und Fleischfreien" Anlockversuchen wurde nicht durch eine Begegnung mit dem ersehnten "Räuber der Meere" belohnt. Und so blieb es bei den gut bekannten Sanitäreinrichtungen aus deutscher Produktion am Yolanda Reef.
Standard und Ideal der Tauchszene: Roger Winter am "Yolanda-Wrack"
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Interview
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Taucher.Net im Gespräch mit Roger Winter, Roger Tours
Taucher.Net: "Roger, wie kamst du auf die Idee, die Thistlegorm zu entdecken? Und wieso überhaupt entdecken, Cousteau war doch vor dir am Wrack?"
Roger: "Klar war der vor uns da. Aber Cousteaus Auftrag war damals ein anderer. Ihm ging es darum, Hindernisse in der Schifffahrtsrinne in Richtung Suezkanal zu entdecken, Überreste und ganze Wracks und somit Gefahren aus dem Krieg. Doch die Thistlegorm war kein Hindernis, da sie abseits der Fahrtroute lag. Somit war das Schiff wieder vergessen. Der einzige Hinweis war eine Aufzeichnung in einer alten Seekarte, die ich umzeichnete. Denn in neuen Karten ist das Wrack gar nicht mehr drin. Aber lass mich von vorne beginnen: Ich bin ein leidenschaftlicher Taucher - über 6000 Tauchgänge sprechen für sich. Und ich bin stets auf der Suche nach etwas Neuem. Ich habe mir auch schon sehr früh ein Echolot gekauft, damals noch so richtig teuer. Ich war und bin immer noch im Wrackfieber - und das Mittelmeer war meine Leidenschaft, aber abgegrast. In den 70ern diskutierte man in der damals noch kleinen Tauchszene von einer gewissen Thistlegorm, und in Cousteaus Buch "The Silent World" stand auch etwas davon. In einer alten Karte fand ich ein Seezeichen - war das die alte Dame? Aber dann dauerte es noch lange, bis aus unseren Recherchen ein spruchreifer Plan entstand. Nach dem ersten Golfkrieg charterten wir ein Schiff, bewaffneten uns mit Echolot und Peilfernglas und begannen systematisch nach der Suche des Wracks. Da war etwas, in 30 m Tiefe. Nicht in der Schifffahrtsrinne, somit kein Hindernis, die Peilungspunkte waren wie Shag Rock (oder Sha´ab Ali) - es passte alles. Das Echolot zeigte etwas ähnliches wie einen Mast, der Ägypter am Steuer rief "Wreck!". Zwei Taucher standen immer mit einem Seil bereit - diese zwei sprangen ins Wasser, um das Seil mit einer Boje sofort am Seil fest zu machen, bevor das Wrack wieder aus der Sicht ist. Ich hatte mir Flossen und Maske zurecht gelegt und war mit dem Schrei des Ägypters schon über Bord und tauchte hinab. Zur Verwunderung der beiden Taucher, die bereits am Weg nach unten waren. Ich musste das Wrack einfach als erster sehen. Und da lag sie, die "Thistlegorm"! Ich berührte das Schiff und war dann ohne Luft. Aber meine beiden Taucher waren ja da. Unter Wechselatmung gings dann wieder hoch - Oktopus, sowas hatte damals noch so gut wie keiner. Wir tauchten zwei Tage am Wrack, fotografierten, besichtigten und führten Messungen durch. Und wir beschlossen, einen Film zu drehen."
Taucher.Net: "Apropos Film, was sind deine spontanen Gedanken dazu?"
Roger: "Es war eine reine TV-Produktion und lief im ZDF unter dem Titel "Tauchfahrt in die Vergangenheit – Das Wrack der SS Thistlegorm".Es war ein tolle Sache, sehr anstrengend, geld- und arbeitsintensiv. Von den Filmeinahmen ist nichts übrig geblieben.Problematisch bei den Dreharbeiten war, dass es ja eine abenteuerliche Dokumentation werden musste. Ein richtiges Drehbuch musste her, Aufnahmen von einem Bazar waren in Hurghada nicht möglich, also drehten wir die in Kairo. Es sollte ja authentisch wirken und spannend sein, aber auch dieses Problem lösten wir damals... das waren die unvergesslichen Zeiten von Mai 1990 bis September 1992. Schade war nur, dass es einige persönliche Befindlichkeiten auslöste, weil der ein oder andere in den Medien nicht so genannt wurde, wie er sich das erhoffte."
Taucher.Net: "Es gibt Gerüchte, dass VOR euch ein paar dort waren? Was meinst du dazu?"
Roger: "Ich halte das für möglich. Aber wenn, dann waren es nicht viele Taucher. Wenn du ein Auge für Wracks hast, dann erkennst du, ob das Wrack betaucht ist oder nicht. Die Schiffsglocke fanden wir nicht, obwohl sie in Cousteaus "Silent World" noch drin war. Aber wir waren die ersten in der Rosalie Moeller. Diese Glocke haben wir, aber die Glocke enthält die Gravur "Francis", dem wahrscheinlich vorherigen Namen der "Rosalie Moeller". Auf diesem Schiff war definitiv keiner - dann wäre die Schiffsglocke weg gewesen."
Taucher.Net: "Wie viele Tauchgänge habt ihr an der Thistlegorm gemacht?"
Roger: "Während der Dreharbeiten waren wir in sechs Touren á zwei Wochen bei 124 Tauchgängen (nahezu jeder von uns) am Wrack."
Taucher.Net: "Roger, wir sind hier am Wrack der Thistlegorm. Es ist Abend, zahlreiche andere Schiffe ankern vor Ort, unser Tauchgang war von den Blasen vieler anderer Taucher begleitet. Was geht dir diesbezüglich durch den Kopf?"
Roger Winter: "Ach ja, das ist ein trauriges Kapitel. Die Position der Thistlegorm lies sich logischerweise nicht geheimhalten. Ich weiß mittlerweile, dass manche Bootskäptn´s 500,- DM geboten wurde, wenn sie die Taucher zum Wrack führen würden. Zwei Jahre nach unserem Fund war ich wieder auf Nordtour und sah bereits zwischen 10 und 17 Booten an diesem Platz. Ich habe damals mein Tauchen an der alten Lady abgebrochen und war mindestens fünf Jahre nicht mehr dort. Heute ist der Tauchplatz ein Whirlpool, die Taucher stecken in jeder Öffnung. Ein großer Fehler war damals, dass man dieses Wrack nicht zu einem Unterwassermuseum gemacht hat, mit Eintrittsgeldern und zahlenmäßig reglementierten Tauchgängen - und strenge Kontrollen. Wenn du dir das Schiff heute ansiehst... es ist kaputt. Kein Bewuchs, alles blank, kaum ein Teil, das nicht abmontiert wurde. Die Tauchschiffe machen überall fest, reißen alles ab, Reling, Masten, sogar die Treppen zum Bugsdeck sind weg. In unserem Film sah man die Treppe noch. Traurig..."
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Fantastische Stimmung im Gegenlicht
Ein Hauch von Abenteuer
Das Erlebnis Thistlegorm war zufriedenstellend - nach zwei Tauchgängen. Doch Roger Winter hatte noch einen Geheimtipp parat: Er wusste von einem "unbekannten Wrack". Dieses ist nicht kartografiert, nicht namentlich bekannt. Auch die ägyptische Crew wusste von nichts. Und so begann nach kurzem Beratschlagen unter Einbeziehung aller Gäste die Suche nach dem Wrack. Hatten der TV-Film und die Tauchgänge an der blauen Distel ihre Abenteurerspuren in unseren Herzen hinterlassen? Die Golden Dolphin II machte sich auf den Weg in Richtung Norden. Immer systematischer wurden die Suchfahrten, das Echolot (bzw. der Fishfinder) wurden besetzt.
Fachkundige Gespräche am Echolot - im Ruderstand der Golden Dolphin II
Alle Augen richteten sich auf die Wasseroberfläche. Delfine begleiteten das Schiff, doch es fiel schwer, sich darauf zu konzentrieren. Das Riff ist in unmittelbarer Nähe, hier muss doch etwas zu finden sein. Doch nach fast einstündiger Suche ist auch für den Laien unschwer zu erkennen, dass Wracksuche nicht so "nebenbei" geht. Es bedarf schon einiges mehr.
An Deck richten sich alle Augen auf das Meer: Wracksuche
Und die Fahrt ging weiter, die Enttäuschung währte nicht lange, denn der nächste Tauchplatz war mindestens so spektakulär wie die Thistlegorm: die Rosalie Moeller, oder vorher unter dem Namen "Francis". Ein sehr ähnliches Schiff, aber tiefer gelegen und nicht so stark frequentiert wie die Distel. Und - so die Meinung einiger - beeindruckender, intakter, mystischer.
Das mystischere Wrack: Die Rosalie Moeller
Die Schiffsglocke der Rosalie Moeller
Aber auch die zahlreichen anderen Wracks des Nordens dürfen nicht unerwähnt bleiben: Ghiannis D., Dunraven, Carnatic, Sarah H. (auch Kingston genannt), und das alles an bekannten Spots wie Fanadir, Bluff Point, Shoab Shag Rock, Gota Danaba, Siyul, Shaab Mahmud und und und...
Wracks, Wracks,Wracks - der Wrackfan kam auf seine Kosten
Gemütlicher Abschluss im Soundministerium
Das Ministry Of Sound in der El Tabia Beach in Hurghada stellte den Rahmen dar für einen gemütlichen Abschiedsabend einer gelungenen Tour. Bei Chillout-Musik, Essen im Liegen... und das im weichen Sand, dazu ein oder zwei Tassen Bier. Man lauschte den Worten des Organisationsteams, resümierte die Tour, versprach ein Wiedersehen (wie in jedem Urlaub :-)
Das Organisationsteam der Premiere Tour 2006 Ägypten
Das Haar in der Suppe - der Begriff "Premiere"
Das Wort "Premiere" steht für die erste Aufführung, die Erstinszenierung. Was ist aber, wenn ein Stück die dritte "Aufführung" ist, wie im Fall der Ägypten-Premiere? Die Antwort auf diese Frage benötigte mehr Zeit als alle anderen Antworten zuvor: Die Safaris fanden zwar immer im Roten Meer, jedoch stets in anderen Regionen statt. War es 2005 bspw. der Süden, stand 2006 der Norden mit ausgiebigen Wracktouren im Zentrum.
Blick durchs Bullauge auf Ras Mohammed
Der Widerspruch ist entdeckt und kann mit einem einfachen Beispiel belegt werden: Wenn ein Kinofilm im Filmtheater in Hamburg seine Premiere hat und am nächsten Tag in München läuft, dann ist es definitiv keine Premiere mehr, nur weil der Ort wechselte. Das ist der Beweis - der Schwachpunkt der Premiere-Touren ist gefunden!
Aber zugegeben, bei Premieren schreiten die Protagonisten auf einem roten Teppich - und den legte Roger Tours für seine Gäste aus - symbolisch. Also doch Premiere...
Abendstimmung am letzten Tag der Premiere-Dive Ägypten 2006
Spaß beiseite: Ein Fazit zu ziehen, hieße im Extremfall Voreingenommenheit zu zeigen oder bewusst das Haar in der Suppe zu suchen. Die Zahl der überzeugten Individualisten belegt, dass auch Großveranstaltungen ihren Makel haben. Doch allen Unkenrufen zum Trotz bietet RogerTours mit Premiere-Dive eine sehr gelungene Alternative zur Individualreise.
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Interview
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Taucher.Net im Interview mit Michaela und Axel Hellwig
Taucher.Net: "Michaela, Axel - ihr zwei seid doch "Mehrfachtäter" der Premiere-Touren, ist das richtig?"
Axel: "Ja, richtig, wir sind nun das zweite Mal dabei. Letztes Jahr war es die Südtour zu den Brothers, heuer die Nordtour mit den Wracks."
Taucher.Net: "Was spricht euch bei dieser Art von Tour an? Denn es gibt doch unzählige Anbieter und noch mehr Safaritouren..."
Axel: "Erst mal die Schiffe. Das ist für mich der Hauptfaktor. Was Roger Tours hier auswählt, ist spitze. Und dann die Organisation, die stimmt einfach."
Michaela: "Es ist immer etwas Besonderes geboten, ausgefallene Ideen wie letztes Jahr die Party auf den Brothers, oder das hier (gemeint ist die Wracksuche nach dem unbekannten Wrack)."
Axel: "Zur Organisation: Es beginnt mit dem ersten Schreiben von Roger, geht weiter mit Infos und Angaben zu Übergepäck, Tipps... einfach ein großes Maß an Betreuung, mehr als bei seinen Mitbewerbern. Diese dritte und letzte Ägypten-Premiere war quasi ein Muss für uns. Und auch die "Thistlegorm" war für mich Pflicht. Ich meine auch, dass wenn einem auf diesem Schiff etwas nicht passt, dann läuft etwas schief - für mich ist das wie ein 5*-Hotel mit Safari. Ich muss aber auch sagen, dass die Golden Dolphin II im Vergleich zur GD I deutlich besser ist. Was aber fehlt, ist der Badehosenbügelservice - Quatsch, das war nur ein Scherz und soll sagen, dass hier nichts fehlt."
Taucher.Net: "Was fandet ihr noch gut? Oder auch nicht?"
Michaela: "Was mir gut gefällt ist, dass die Firmen mitmachen. Es ist informativ, bietet Gelegenheit zum Testen und ermöglicht auch mal ein Gespräch mit den Herstellern. Beispiel hierfür war das letzte Jahr, als Pentax-Kameras, Tilly mit seinen Lampen und auch MARES dabei waren. Wir haben einiges gekauft... denn was ich testen und für gut befinden konnte, wird eher in meine Kaufentscheidung einbezogen, als ein mir unbekanntes Produkt. Allerdings finde ich es dieses Jahr besser, denn es sind weniger Vorträge und Aktionen, das kommt mir mehr entgegen."
Axel: "Sieben Schiffe ist sicher nicht schlecht, aber als ruhigerer Mensch sind mir die zwei Schiffe dieses Jahr lieber. Und die Mühen der Hersteller sieht man auch so. Die machen einem nichts vor, ich finde den Invest der Hersteller lobenswert! Nur schade, dass kein Kamerahersteller dabei ist, denn insbesondere Tipps für die UW-Fotografie fände ich toll. Ich denke auch, dass dies ein guter Abschluss ist für die dritte Premiere in Ägypten: Die erste Tour war ein Geheimtipp, die zweite eine große Veranstaltung und die dritte der gelungene Abschluss."
Michaela: "Was noch ein Vorteil bei Roger Tours ist, dass es die Infowochenenden und Urlaubertreffs gibt. Man trifft sich wieder, man kennt sich bereits und kann sich austauschen."
Taucher.Net: "Was meint ihr - worin liegt Rogers Geheimrezeptur?"
Axel: "Roger Tours arbeitet viel mit Mundpropaganda. Die typischen Wiederholungstäter... die triffst du bei Roger!"
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Gruppenfoto am Heck der Golden Dolphin I
Vorschau, weitere Infos und Fotos:
Die Ägypten-Premiere ist Vergangenheit, doch Roger Tours startet im September 2007 die Südtour "Fine Selection & Shark Watching". Atlantis Berlin und Roger Tours sind die Veranstalter - und vielleicht auch ist Taucher.Net wieder mit dabei auf den drei Safarischiffen Golden Dolphin I & II & Contessa Mia. Party, Tauchen und als Hailight "Shark Watching" mit besonderer Tauchplanung - auch unter Verwendung von Hai-Lockmethoden (keine Fütterung). Mal sehen, was diese Tour mit sich bringt...
Weitere Berichte und Bilder sind zu finden unter:
Produktinformationen der im Artikel genannten Hersteller sind unter:
© 2006 - Fotos und Text: Michael Böhm
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01.12.2008 18:02 Taucher Online : 182 Heute 13235, ges. 30282395 Besucher
 
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