| Taucher.Net - wie alles begann... Lehnen sie sich zurück und machen sie eine kleine Zeitreise in die Anfänge von Taucher.Net.
Wir schreiben das Jahr 1994. Es regnet - und Ampelwartung steht auf dem Dienstplan. Wenn die Ampeln nicht funktionieren, sind viele Leute überfordert. Also muss die
Polizei hier helfen, und sich auch bei starkem Regen mitten in die Kreuzung stellen und Autos dirigieren. Macht nicht wirklich Spass, ist aber notwendig. Und als ich anschließend
durchnässt und müde zur Dienststelle zurückfahre, spreche ich mit meinem Kollegen über dies und das...,
und es stellt sich heraus - mein Kollege Jürgen Schwehm ist Tauchleher. Hmmm, interessant.
Bei den folgenden Diensten wird noch öfters über den Unterwassersport
geredet, und dann ist es soweit. Ich stehe abends im Hallenbad in Mannheim
und habe meine ABC-Ausrüstung dabei. Und so mache ich 1994 mein CMAS*,
und werde mit dem Virus infiziert. Jürgen und Eugen - ein weiterer
Tauchlehrer im Verein der Mannheimer Tauchfreunde - sind schuld.
Schnell wird das Logbuch gefüllt, und 1995 wird jedes Wochenende
der Kopf unter Wasser gesteckt. Der Rheinauer See wird zum Stammtauchplatz
- damals noch ein Geheimtipp. Sonntag morgen um 10 ganz allein auf dem
Parkplatz, dass ist einige Jahre später völlig undenkbar. Und immer wieder
stellt man Vereinskollegen die selben Fragen: Wo kann man denn noch Tauchen?
Wo sind die schönsten Tauchplätze in der Nähe? Man hört
einiges. Schön wäre es, wenn man diese Informationen einfach
mal zusammenträgt.
Internet? Wir sind im Jahr 1996. Natürlich existiert das Internet
- schon lange. Aber kaum jemand nutzt es. Was sich in meinem Studium als
praktische Hilfe erwies, hatte den Weg zur Freizeitunterstützung noch nicht so recht gefunden. Also - packen wir´s an. Und so wurde am 1. November 1996
"Armins Taucherseite" hochgeladen, damals noch beim mittlerweile nicht mehr
existierenden Provider NCC in Mannheim. Neben ein paar unsinnigen Infos
über mich entstand dabei eine kleine Seite mit Infos zum Tauchen im
Rheinauer See.

Von Anfang an war natürlich eines sehr wichtig: Ein Counter zierte
die Seite, man wollte ja schon wissen, ob sich überhaupt jemand für
das Tauchen im Internet interessiert. Und siehe da - im ersten Jahr haben
knapp 1000 Taucher den Weg zu meinen Seiten gefunden. Natürlich waren
viele Hits davon von mir persönlich. Aber es waren auch andere Taucher
unterwegs, denn meine Mailbox füllte sich mit weiteren Tauchplatzbeschreibungen
von mir wildfremden Tauchern, welche die Idee gut fanden, eine solche Informationsdatenbank
aufzubauen.
Datenbank? Naja - eigentlich war es keine Datenbank. Es war eine Ansammlung
von statischen HTML-Seiten, und es war jede Menge Aufwand, diese Seiten
zu pflegen. Hier musste eine andere Lösung her. MS Access war auf
meinem Rechner vorhanden - also programmierte ich in langen Nächten
ein kleines System, welches mir aus Datenbanktabellen HTML-Seiten generierte.
Diese musste ich dann nur noch auf den Rechner laden. Prima - das war doch
schon mal eine gute Lösung. Ein paar einfache Eingabemasken und schon
wurde der Arbeitsaufwand geringer.
Mittlerweile haben wir das Jahr 1997, und die Sammlung an Berichten wuchs und
wuchs. Viele Anregungen befanden sich in meinem Postfach - und kein SPAM
- ach, wie war die Zeit so schön. Und damit man fortan meine Seiten
besser findet, musste ein knackiger Domainname her. tauchen.de? Leider schon
belegt. taucher.de? Auch schon weg. Taucher.Net? Dieser Name war noch zu
haben. Ich fand ihn nicht wirklich gut. Eine dotNet Domain? mit deutschen
Inhalten? Ob sich das durchsetzt? Mit viel Skepsis beantragte ich diesen
Domainnamen bei der Fa. Servicepool in München - und einen virtuellen
Server dazu. Diese Firma sollte uns noch einigen Ärger machen. Aber
dazu später.
Nach dem Hochladen der neuen Seiten fand man schon ein breites Spektrum
an Informationen - die Erfahrungsdatenbank war geboren. Auch viele Links
waren auf den Seiten zu finden, eine Buddy-Datenbank war im Aufbau und auch Kleinanzeigen
konnten platziert werden:

Und so fanden sich 1997 schon knapp 10.000 Besucher auf Taucher.Net ein.
Die Abende wurden in die Datenbank gesteckt, das Einpflegen von Daten und
Generieren von HTML-Seiten gehörte fortan zum abendlichen Alltag.
Und so wurde Taucher.Net im Laufe das Jahres immer umfangreicher und größer.
Und der Server bei Servicepool wurde immer langsamer. Aber das konnte ja
nicht an mir liegen - bei im Schnitt 300 Besuchern am Tag. Schnell war
klar, dass Servicepool auf ihrem einzigen Rechner `zigtausend Domains aufgelegt
hatte, ohne Rücksicht auf die Serverleistung. Und dann brauch Anfang
1998 das ganze System zusammen. Nichts ging mehr. Taucher.Net war offline.
Und Mails kamen auch keine an.
Nach vielen Telefonaten mit anderen Geschädigten, Rechtsberatung
und technischem Beistand hatte ich es geschafft, den Domainnamen zu einem
anderen Provider umzuziehen, der Fa. Junior-Net in Mannheim. Ein anonymer
Provider sollte nicht mehr solchen Schaden anrichten können.
Taucher.Net war durch den Umzug über eine Woche lang Offline. Und
das merkte man nach der Woche auch an den Hits. Viele dachten schon, die
Taucherdatenbank wäre gestorben. Mitnichten!!
1998 bekam ich eine Anfrage in meinen Postkorb. Ein Investor wollte ein
Wassersportportal in Deutschland aufbauen, und ich sollte mit Taucher.Net
den Tauchbereich besteuern. Ich? Wieso ich? Zum ersten Mal stellte ich
mir die Frage nach weiteren Mitbewerbern. "Tauchen in Deutschland" von
Thom Villinger war doch um einiges größer als meine Seite. Und
es gab noch einige andere, welche Tauchinformationen im Netz anboten. Warum
wurde gerade ich zu dem Meeting eingeladen. Ich konnte es mir nicht erklären.
Doch außer einem interessanten Meeting ist aus der Idee leider nichts
geworden.
Und so wandelte sich 1998 auch das Design der Seite - alles sollte etwas
übersichtlicher werden, denn mittlerweile war schon eine ganze Latte
von Themen auf den Seiten zu finden.

Und ein weiterer Punkt erfreute sich zunehmender Beliebtheit. Seit diesem
Jahr waren Diskussionsforen auf Taucher.Net zu finden. Datenbanklos - mit
modifizierten CGI-Scripts wurde ein einfaches Forum eröffnet. Und
viele Themen wurden im Forum angepackt. Störer im Forum? Automatische
Werbepostings? Weit gefehlt. Wir befinden uns noch im Jahre 1998... Und
so fanden knapp 30.000 Besucher in diesem Jahr den Weg zu Taucher.Net.
Und ich fand einige wenige, welche mich auf dem Weg unterstützen, die
Daten zu pflegen.
Und so entstand eine kleine Gruppe von Enthusiasten, welche Taucher.Net
fortan stemmen sollten. 1999 wurde die Vorstufe unserer heutigen Redaktion
geboren. Auch die Seite veränderte sich etwas im Design:

Das Rot passte irgendwie nicht zum Tauchen. Und so entstand 1999 die
Grundfarbe von Taucher.Net, welche sich bis heute "im Hintergrund" gehalten
hat. Die Datenbank wurde größer - schon 500 Userberichte befanden
sich in unserer Datenbank. Die Buddydatenbank wuchs, die Linkdatenbank
ebenfalls, die Access-Datenbank-Generierung stieß an ihre Grenzen. Und
auch mein Provider fing an zu Jammern. Die 70.000 Besucher in diesem Jahr
machten ihm Kopfschmerzen, denn durch die vielen Forenbeiträge wurde
einiges an Load auf seinem Rechner erzeugt.
Und so zogen wir im Jahre 2000 um auf Serverangebot bei der Fa. Schlund
in Karlsruhe. Und die Programmiersprache PHP fand Einzug in Taucher.Net.
Die lokale Datenbanklösung war nicht mehr zeitgemäß. So
klappte die Zusammenarbeit der Taucher.Net-Freunde auch viel besser - jeder
konnte Daten pflegen - egal wo er sich befand. Und das schweisste das Team
von Taucher.Net zusammen. Viele Ideen wurden entwickelt, die Redaktion
wurde offiziell gegründet, ein neues Design aufgelegt und im April
2000 war es dann soweit - die erste Ausgabe des Onlinemagazins von Taucher.Net
wurde eingestellt.

Immerhin fanden im Jahr 2000 dann über 150.000 Besucher unsere
Seiten. Nicht schlecht. Das fand auch die Fa. Schlund & Partner, welche
unsere Domain auf einen - Orginalton Support-Mitarbeiter - "Strafserver" legte.
Wir hatten zu viel Load erzeugt, und man "zwang" uns somit, einen eigenen
Server für unser Projekt zu bestellen. Denn beim Seitenaufbau auf
Taucher.Net schliefen einem fast die Füße ein. Also - nicht lange
zögern - innerhalb weniger Tage hatten wir einen eigenen Server im
Rechenzentrum der Firma Schlund.
Das jetzige Design sollte uns noch bis zum Jahr 2002 begleiten. Die
Redaktion wuchs - ebenso wie der Datenbankinhalt. Durch viele neue Ideen
wurden immer mehr Besucher angezogen, welche sich dann auch durch das auszeichnen, was Taucher.Net heute ausmacht - die Mitarbeit an den Seiten. Im Jahre
2001 verzeichneten wir dann unseren stärksten Anstieg bei den Besucherzahlen,
hier fanden knapp 500.000 Taucher zu uns.
Die Struktur von Taucher.Net wurde im Jahr 2002 noch etwas erweitert
- aber insgesamt hatten wir ziemlich alles im Programm, was den deutschsprachigen
Taucher interessiert. Die Besucheranzahl wuchs und wuchs, über 1,2
Mio. Taucher waren in diesem Jahr bei uns. Und wir entschieden uns, mit
einem eigenen Rechner ins Serverhotel der Fa. MEG in Heidelberg zu ziehen,
um auch in Zukunft bei steigenden Besucherzahlen die richtige Rechenpower
bereitstellen zu können.
Das Jahr 2003 startete dann mit einem Design-Relaunch:

Dieses Design sollte uns bis zum 10-jährigen Geburtstag begleiten.
Im Jahr 2003 wurde auch der Community-Bereich aufgebaut - endlich konnte
man sich registrieren und einloggen, Bookmarks definieren und verschiedene
Settings einstellen. Dies wurde dann auch sehr intensiv genutzt, und innerhalb
von drei Monaten waren schon über 1000 User bei uns registriert.
Dieser Trend setzte sich dann auch 2004 fort. Anfang 2004? Da war doch
noch was? Richtig. Wir trauten uns auf die "boot" in Düsseldorf - mit
einem eigenen Stand. Zwölf Quadratmeter sollten als Anlaufpunkt für
Interessenten genügen. Und viele besuchten uns, gaben Verbesserungsvorschläge
und Kritik ab, oder "klauten" einen von unseren 5000 Kugelschreibern, welche
wir dort in neun Tagen loswurden. Das Fazit nach der Messe war klar: Nächstens
Jahr sind wir wieder dabei, aber mit etwas mehr Fläche.
Das Jahr verlief ruhig, ein extra Datenbankserver hielt Einzug in unseren
Schrank, und das war auch gut so. Denn Ende 2004 sollte dieser an die Grenzen
seiner Belastung gefahren werden. Doch dazu später mehr.
Zusammen mit Easy Divers in Ketsch hielten wir unseren "Monsterdive 2004"
ab. Wir motivierten fast 500 Taucher, bei diesem Event dabei zu sein, insgesamt
eine Riesengaudi und ein wirklich schönes Taucherfest.
Doch dann am Ende des Jahres:
Sonntag, 26.12.2004. Weihnachtsstimmung. Ich fahre morgens meinen Rechner
hoch und finde bei Yahoo eine Meldung zu einem Seebeben im Sundra Graben.
Ein Tsunami sollte weite Teile von Sumatra, Thailand, Indonesien und weiteren
Staaten getroffen haben. Da wir in dieser Region sehr viel befreundete
Basen hatten, wurde ein schneller Rundruf gestartet - was sich als nicht
so einfach erwies. Handynetze waren überlastet, Festnetz nicht erreichbar,
E-Mail so gut wie unmöglich. Doch trotzdem schafften wir es, an Infos
zu kommen, und stellten diese nach und nach in unser Forum ein. Nachdem
das Ganze dann etwas unübersichtlich wurde, opferte ich etwas Zeit
und setzte eine Zustandsdatenbank auf, bei der jeder Infos zu bestimmten
Gebieten einstellen konnte. Google tat sein übriges - einen Tag später
waren wir mit der Suche nach "Tsunami" auf Platz 3 - weltweit! Viele Leute
kamen zu uns - sehr viele. Fast zu viele für unseren Datenbankrechner.
Wie wir sonst noch versucht hatten zu helfen und was sonst noch mit der
Tsunami-Hilfe passierte, ist in einem seperaten
Bericht von Harry.
zu finden.

Mit dieser Stimmung zogen wir dann 2005 auf die Boot - diesmal mit 36 qm
und einem eigenen Stand. Auch hier verlief die Messe prima. Wir konnten
gute Beziehungen aufbauen, interessante Gespräche führen und
viele unserer User persönlich begrüßen. Und mit unserem
Durchlaufkühler und genügend Bitburger konnten wir sogar einige
zwingen, etwas länger am Stand zu bleiben.
Unsere Erfahrungsdatenbank wurde etwas umgebaut, und Infosets zu den
einzelnen Einträgen hielten Einzug. Die Foren wurden erweitert und
intensiver betreut, da es fortan zur Mode wurde, auch Blödsinn im Forum
abzulassen. Auch die Hardware wurde erweitert, ein Datenbankcluster stemmt
nun Taucher.Net, und eine neue Firewall wurde eingesetzt.
Im Laufe des Jahres konnten wir auch ein sehr gutes Verhältnis
zur Zeitschrift "tauchen" und dem dortigen Chefredakteur Harald Apelt aufbauen.
Oft wurde telefoniert, Infos ausgetauscht und über dies und jenes
geredet. Wie unser Verhältnis zur "tauchen" nun nach dem Abgang von
Harald als Chefredakteur aussieht, ist komplett offen. "Schauen wir mal" würde ein prominenter, bayerischer Ex-Fußballspieler sagen.
Dann wurde der zweite "Monsterdive" gestartet - auch hier waren wieder
viele Taucher anwesend, leider nicht so viele wie im Jahr zuvor.
Vielleicht hätten wir ein paar neue Ideen mit integrieren sollen...?!
Aber trotzdem verlief auch dieser Event richtig gut, auch wenn wir den
Weltrekord nicht einstellen konnten.
Und dann sind wir schon im Jahre 2006 - der Beginn wird natürlich
wie immer durch die "boot" markiert. Zum ersten Mal haben wir drei Partner mit
aufgenommen - und wir werden dieses Konzept im Jahre 2007 noch erweitern. Fazit der Messe 2006: Insgesamt wieder richtig erfolgreich, und die Akzeptanz von Taucher.Net
hat sich in diesem Jahr stark verbessert. Dies merkte man bei vielen Gesprächen
in der Taucherhalle.
Doch auch etwas wirklich Trauriges passierte im Jahr 2006: Unsere Redakteurin Jessica starb
plötzlich und unerwartet am Abend des 28. Mai. Zuerst hielten wir
die Mitteilung - eine E-Mail in den frühen Morgenstunden - für einen makaberen Scherz. Doch schnell stellte sich
die Gewissheit ein. Mit Jessica verloren wir eine unserer aktivsten Mitarbeiterinnen.
Sie
fehlt uns wirklich sehr.
Doch wir richten unseren Blick - ganz im Sinne von Jessica - nach vorne,
und haben die ersten 10 Jahre Taucher.Net nun hinter uns gebracht. Und
dafür möchten wir uns ganz besonders bei denjenigen bedanken,
die dies möglich gemacht haben: Bei unseren Besuchern!!!
Und hier mal ein paar Daten (Stand Oktober 2006):
| Besucher bisher |
16,5 Mio |
| Tagesrekord |
35593 (28.12.2004, Tsunami belastet) |
| Max. parallele User |
1396 (13.1.2006, die Fernsehsendung "genial daneben" ist Schuld |
| Registrierte Nutzer |
20.000 |
| Größe der Erfahrungsdatenbank |
23.500 Berichte |
| Größe der Foren |
35.000 Fragen, 325.000 Antworten |
| Größe des Onlinemagazins: |
71 Ausgaben, 619 Artikel |
| Linkdatenbank |
18.600 Links |
Naja - und dann sind wir schon in der Neuzeit. Und was aktuell mit Taucher.Net, passiert kann jeder selbst sehen!
Vielen Dank sagt
Armin Süß (Chefredakteur) & sein Redaktionsteam |