outdoor channel

Du bist hier: Onlinemagazin 71. Ausgabe Graue Jäger an den Brothers Big Brother





 Geschrieben von Linus

Der große Bruder

Die größere der beiden Brother Islands ist recht flach, dabei 400 Meter lang und nur knapp 40 Meter breit. An ihrer Westseite steht, oberhalb des Anlegesteges, ein rund 31 Meter hoher viktorianischer Leuchtturm, weithin bekanntes Wahrzeichen der Insel.
Seit dem 11. September 1869 stieg die Zahl der Schiffe die durch das Rote Meer fuhren, in Folge der Eröffnung des Suez-Kanals, innerhalb kürzester Zeit sprunghaft an. Um deren Sicherheit auf dieser stark frequentierten Fahrtroute zu erhöhen, wurden dann ab 1880 eine Reihe von Signalstationen im Roten Meer eingerichtet, zu denen unter anderem auch der Leuchtturm von Big Brother zählt.
Rund hundert Jahre später kamen dann noch solche Schiffe hinzu, denen der Leuchtturm nicht als zu passierendes Signal galt, sondern als Zeichen für das Ziel ihrer Reise: Die ersten „Safariboote“, die abenteuerhungrige Taucher zu den in Europa bisher kaum bekannten Inseln brachten.
Waren es anfangs nur umgebaute Fischerboote, so wuchsen diese in den folgenden Jahren sowohl in ihren Dimensionen wie auch im Komfortniveau rasant an - Schiffe mit rund 40 Metern Länge und Goodies wie Aircondition, DVD und Jacuzzi gelten heute eher als gängiger Standard denn als Ausnahme. (siehe Taucher.Net Safari-Ratgeber)

Skizze Big Brother
Click zum Vergrößern


Bei den meisten Tauchgängen bringt ein Zodiak (Schlauchboot) die sechs- bis achtköpfige Tauchergruppe vom südlichen Ankerplatz der Safaribootes aus in Richtung Norden. Dort angekommen und nachdem der Zodiakfahrer mit „three, two, one - GO!“ das Signal gegeben hat, lassen sich die Taucher einfach nur noch rückwärts fallen - im idealen Fall alle gleichzeitig und hoffentlich nicht auf den Kopf des Tauchpartners.
Einmal abgetaucht, besticht das Wasser sofort durch seine sagenhafte Transparenz um sich dann, nach unten blickend, zu einem immer intensiver werdenden Blau zu verdichten. In vierzig bis hundert Metern Tiefe verläuft rund um die Insel noch ein schmaler Vorsprung, an dessen Kante es dann bis auf 800 bis 1000 Meter Tiefe in den Abyss geht.

Fischschwarm im Roten Meer
Click zum Vergrößern


Hier hat man bei jedem Tauchgang einfach immer zu wenig Augen und Zeit, um alle Eindrücke vollständig in sich aufnehmen zu können: Zwei große und wunderschön bewachsene Wracks - jedes davon alleine schon mehrere Tauchgänge wert - buhlen zusammen mit zahlreichen Fischschwärmen um die Aufmerksamkeit der Taucher. Prächtige Hart- und Weichkorallen, stets umgeben von ebenso unzähligen wie farbenprächtigen Riffbewohnern, ziehen weitere Blicke an sich. Zusätzlich gesellen sich dazu häufig noch Napoleonfische von enormen Ausmaßen, große Barrakudaschwärme, Schildkröten und Riffhaie - kein Vergleich zu den küstennahen Riffen!

Barrakuda auf der lauer
Click zum Vergrößern


Aber wie sieht es bei diesem Tauchgang mit den Hochseebewohnern aus, den spektakulären Begegnungen mit pelagischen Räubern? Es gibt sie sicher noch, wenn auch nicht mehr mit der vor einigen Jahren noch vorherrschenden Selbstverständlichkeit!
Je nach Jahreszeit, Glück und Anzahl der Taucher kommen solche Begegnungen mal häufiger, mal seltener vor - und manchmal, leider, auch überhaupt nicht.
Sofern die aktuellen Strömungsbedingungen es erlauben, kann es sich während des Tauchganges diesbezüglich lohnen, wenn man sich mal ein Stück vom Riff hinweg ins Freiwasser begibt, ohne dabei jedoch den Sichtkontakt zu diesem zu verlieren. Hier sind die Chancen oftmals noch besser, den ein oder anderen Hochseejäger vor die Maske zu bekommen: Gelegentlich erscheint dann, fast aus dem Nichts kommend, ein einzelner Hammerhai, nur um kurz darauf schon wieder im unendlichen Blau zu verschwinden.

Muräne im Roten Meer
Click zum Vergrößern


Spätestens wenn man auf der Westseite der Insel von unten die Stützen des alten Anlegesteges sieht, sollte man ein gutes Stück höher steigen und sich, von der an dieser Stelle meist auch schwächeren Strömung, langsam an der Steilwand entlang treiben lassen: Kleine Einschnitte und Höhlen bieten überall Lebensraum für unzählige Tiere und stellen erstklassige Motive für Fotografen dar!
Auch jetzt lohnt es sich immer mal wieder einen Blick hinaus ins Freiwasser zu riskieren: Haie, selbst Fuchshaie, werden häufig hier am Südplateau gesichtet. Oder man richtet die Augen kurz in Richtung der
Wasseroberfläche: Es wäre doch schade, wenn der Manta, vom Taucher unbemerkt, gerade über diesem schwebt, während dieser schon die Einstiegsleiter des Safaribootes im Auge hat.

Manta Ray


Der beschriebene Tauchgang ist derjenige, der an Big Brother am häufigsten durchgeführt wird: Knapp 90% aller gezählten Tauchgänge starteten vom Zodiak aus. Davon wiederum ließen 56% die Taucher an die Westseite der Insel ins Wasser, 35% an der Ostseite und nur knappe 9% begannen am vordersten Ende des nördlichen Plateaus ihren Tauchgang.
Auf die Frage, warum die Tauchgänge prozentual so ungleichmäßig ausfallen, antworteten die befragten Guides von 4 verschiedenen Schiffen alle ähnlich:
Die Nordspitze ist bei Strömung zu kritisch, da treibt es die einen Taucher links und die anderen rechts an der Insel vorbei und der Zodiakfahrer kann sich ja schlecht teilen, wenn er sie einsammeln muss“.
Die Westseite dagegen wird bevorzugt, weil „die Taucher da neben Korallen und Fisch auch einen Abstecher zur AIDA machen können“, weil „die Taucher auf der Westseite direkt auf die Schiffe zutauchen, die eher südwestlich ankern“ oder weil „Anlegesteg und Ankerleinen gute Orientierungspunkte für ungeguidete Taucher im Buddyteam sind“.

Mit anderen Worten: Der sicherlich sehr schöne Tauchgang wird auch deshalb so oft vorgegeben, weil er mit den geringsten Risiken behaftet ist.
Das ist verständlich, gerade angesichts der Tatsache, wie stark die durchschnittliche Erfahrung des Einzelnen seit der Zeit der „Fischerboote“ zurückgegangen ist. Tagelange Suchaktionen nach abgetriebenen Tauchern sind auch keine Seltenheit, die Festlandküste ist im Fall des Falles fast ebenso soweit entfernt wie die nächste Druckkammer.




Infos

Du hast noch ein paar Fragen zu Deiner Tauchausrüstung? Dann ab ins Diskussionsforum Tauchausrüstung, hier findet sich eine Antwort auf jede Frage! Viele Mittaucher stehen dir mit Rat beiseite, und helfen dir mit Sicherheit weiter.


08.01.2009 10:16 Taucher Online : 161
Heute 4006, ges. 30939138 Besucher
Login:  Autologin: 
Passwort:  
Gast : Registrieren - zur Login-Seite


Deine Bookmarks:
Taucher-News - Kalender - Sichtweiten - Postkarten

Unsere Produkt-Datenbank!
Über 2650 Tauchartikel mit detaillierten Daten!
Vergleichen lohnt sich!


Zu unserer Kooperationsseite...



Akt. Fluglinienberichte:

Condor
(04.01.2009) Erfahrungen mit Condor Flüge Die Berichte über das verlorene Gepäck bei Condor sind interessant davon habe ich nicht gewusst aber es scheint hauptsächlich nach Ägypten vorzukommen. Natürlich ist dies (mehr)

Daallo Airlines
(31.12.2008) Am 17.12.2008 sollte es von Paris (Charles de Gaulles, CDG) nach Djibouti (JIB, am Horn von Afrika westlich von Somalia) gehen. Geplanter Abflug war 22 Uhr. Wir waren 7 Deutsche und ein Waliser, die (mehr)

Condor
(28.12.2008) Flug mit Condor am 22.11.08 von Frankfurt nach Phuket. Zubringerflug mit Lufthansa von Bremen. Erstes Ärgernis: Kosten fürs Tauchgepäck Es hat Monate gedauert, um mit Hilfe des Reisebüros (mehr)

Unser Tauchkalender:

Tauchen im TV - aktuell

Phoenix- Malta-Meer aus Steinen
Morgen - 18:30 Uhr


3 SAT- Fidschi- Inseln
Übermorgen - 19:20 Uhr


ARTE- 360°- Die Geo-Reportage
11.01.2009 - 18:05 Uhr
Die Krabbenflut

Aktuelle Basenberichte:

A-Team-Khao-Lak
(07.01.2009) OWD beim A-Team Khao Lak im November 2008 Wir (Mike und Elke) hatten uns entschlossen, nach einigen Ägypten-Urlauben in denen wir mit sehr viel Fun geschnorchelt sind, doch endlich mal das Tauchen (mehr)

Ducks Dive Center, Safaga
(06.01.2009) Ende November war ich im Holiday Inn, das praktischer Weise direkt die Tauchbasis ´integriert´ hat. Insgesamt empfand ich die Basis als professionell geführt und auch gut für Anfänger geeignet, da (mehr)

Pro Dive Mexico, Puerto Aven..
(06.01.2009) Pro Dive Mexico Puerto Aventuras Im Dez.08 machte ich im Catalonia Riviera Urlaub (echt super dort ) und kam dadurch in den Genuss , mit Pro Dive zu tauchen. Es war alles zu meiner vollsten (mehr)



Besuchen Sie unser
Online Reisebüro

Sie wünschen eine ausführliche Beratung?

!Rufen Sie uns an!

Mo - Fr 9.00 - 18 Uhr
(0201) 868 10 75
oder
touristik@barakuda.de

Aus unseren Tauchfotos:


 Costa Brava - Ille Medes
(15.10.2008, 17 Fotos)

   

 Sardinien-Cagliari&Cala e Moru
(16.10.2008, 10 Fotos)

   

 Altrhein
(16.10.2008, 6 Fotos)

   




© 1997-2009 Taucher.Net GmbH - powered by TNetHosting