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 Geschrieben von Linus

Piraten, Segelschiffe und ein Schatz

von Andreas Geschke

Bei diesen Worten tauchen vor dem geistigen Horizont sofort Bilder spanischer Galeonen auf, die sich stolz und mit geblähten Segeln ihren Weg durch die karibische See bahnen. Nicht alle davon werden ihren Heimathafen erreichen; tropische Wirbelstürme, tückische Riffe sowie leckgeschlagene und vom Schiffswurm befallene Rümpfe sorgen oftmals für ein vorzeitiges Ende der Fahrt.

Und als ob das nicht bereits gefährlich genug wäre, warten zusätzlich auch noch Piraten darauf, den restlichen Schiffen der "Silberflotte" ihre Ladung aus Gold- und Silberbarren, Edelsteinen und "pieces of eight" abzujagen - nur um diese dann anschließend auf einsamen Inseln zu vergraben, grobe Karten zu zeichnen, Ortsangaben in Rätsel zu hüllen und mögliche Fundstellen mit einem großen X zu markieren...

Pieces of Eight

Errol Flynn, Robert Luis Stevensons "Schatzinsel" oder der "Fluch der Karibik" haben unser Bild dieser Zeit deutlicher geformt als Fakten über reale Personen wie Sir Henry Morgan, Edward Teach oder William Kidd. Im Grunde wissen wir noch nicht einmal, wie Galeonen des 17. und 18. Jahrhunderts im Detail ausgesehen haben - kein einziges der ehemaligen Flaggschiffe ist bis heute erhalten geblieben!

Ähnlich schwer tun sich auch Schatzsucher und Bergungsfirmen, die auf der Jagd nach den lange verlorenen Reichtümern sind: Schiffe, die dicht an der Küste oder an einem Riff untergingen, wurden oftmals bereits schon kurz nach der Havarie geplündert. Sie zerbrachen stellenweise, die Ladung wurde durch Strömungen verteilt, das Holz verfaulte, die Wertsachen verkrusteten und sind mittlerweile zu Bestandteilen der Korallen geworden. Von anderen "Silberschiffen" kennt man, sofern überhaupt, nur recht grobe Angaben über die Untergangsstelle; jeder der wenigen erfolgreichen und spektakulären Bergungen stehen Hunderte erfolgloser gegenüber.

Und genause sieht die Situation bei der Suche nach versteckten Piratenschätzen aus:
Viele Erzählungen enthalten mehr Legende als Wahrheit. Die immer wieder genannten "Schatzinseln" wie Cocos Island haben in 200 bis 500 Jahren tropischer Vegetationen ihr Aussehen so verändert, dass selbst Piraten, würden sie heute nach ihren damals vergrabenen Schätzen suchen können, diese wahrscheinlich nicht mehr finden.

Felix Graf zu Luckner
Die Geschichte der "SMS Seeadler" und ihres Kommandanten Felix Graf zu Luckner ist anders. Obwohl sie alle Bestandteile enthält, die Hollywood sich für einen Abenteuerfilm wünschen könnte. Bietet sie trotz aller, sicherlich auch hier vorhandenen Mythen, einen wesentlich zeitnaheren Bezug:

Der "Pirat des Kaisers" operierte vor gerade einmal 90 Jahren: "Der Schatz der Seeadler" - eine Spurensuche!






Anmerkung des Autors: Einige Angaben in dem Bericht entstammen lediglich einer Quelle und sind somit nicht historisch gesichert. Bei unterschiedlichen Angaben zu einer Begebenheit habe ich mich für diejenige entschieden, die für mich am plausibelsten klang.

© 2006 - Text Andreas Geschke



Unser Dank für die Unterstützung (Informationsquellen und/oder Bilder) geht an:
Herrn Wolfgang Schippke, an die Felix Graf von Luckner Gesellschaft e.V., an Herrn Ralf Küttelwelsch sowie an den WDR.

Videomaterial:
Buchtipps:
  • Felix Graf von Luckner: "Seeteufel",
    Ullstein Verlag, ISBN: 3-548-25650-3
  • Norbert von Frankenstein: "Seeteufel“ Felix Graf Luckner. Wahrheit und Legende.
    DSV-Verlag, ISBN: 3-88412-282-7
  • John Walter: "Die Piraten des Kaisers",
    Motorbuch-Verlag, ISBN 3-613-01729-6




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