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 Geschrieben von Harry

Tauchen in der Kvarner Bucht

Die Insel Krk in der Kvarner Bucht im nördlichen Kroatien ist die größte Insel der Adria. Wir besuchten hier das Tauchcenter Divesport in Kornic an der Bucht von Punat und erkundeten die sehr abwechslungsreichen Tauchplätze um Krk, Cres und Plavnik.

Anreise

Die Autobahnen in Italien, Slowenien und Kroatien sind allesamt mautpflichtig (Euro und meist auch Kreditkarte möglich). In Österreich ist ferner die Autobahnvignette vorgeschrieben.
Alle Wege führen in diesem Falle Richtung Rijeka. Alle? Nein nicht alle, aber wohl die meisten Urlauber werden über Tauernautobahn und Triest bzw. Karawankentunnel oder Loiblpass und Ljubljana oder aus Österreich über die Route Pyhrn-Graz-Maribor-Zagreb-Richtung Rijeka (Abfahrt "Otok Krk") anreisen.
Mehr wissen Autoatlas, vielleicht das gute! Sat-Nav im Auto (TomTom und Navigon jedenfalls kennen Kroatien meines Wissens nach noch nicht!) oder der Routenplaner der eigenen Wahl im Web!

Zur Erinnerung: Auf kroatischen Landstrassen herrscht ein Tempolimit von 80 km/h und die Polizija ist flächendeckend mit Radarpistolen ausgerüstet!

Einige Kilometer südlich der Autobahnabfahrt führt die 1309 Meter lange Brücke Krcki Most (30 Kuna) auf die Insel Krk. Krk wird seit 2006 übrigens von München, Stuttgart, Köln/Bonn und Hannover aus vom Billigflieger HLX angeflogen.
Vorbei am Flughafen (RJK, ist eigentlich der von Rijeka) und an den bekannten Badeorten, wie Malinska und Krk, gelangt man nach Kornic an der Bucht von Punat, dessen bestens geschützter Naturhafen auch die größte Marina Kroatiens beherbergt. In dieser großen Bucht befindet sich auch die Klosterinsel Kosljun.


Punat – Nacktschneckchen (Doris;-)

Die Insel Krk

Wie bereits erwähnt ist Krk mit 410 km2 die größte Insel der Adria. Der Blick auf den Ostteil der Insel zeigt das bekannte Bild von der Bura Kahlgefegten Felsen, der windgeschützte Rest der Insel jedoch trägt ein überraschend grünes und dichtes Pflanzenkleid. So wird der Nordwesten Sotovento, nach dem italienischen "sottovento" - unter dem Wind genannt, da die Bura hier viel von ihrer verheerenden Kraft bereits verloren hat und Obst und Gemüse prächtig gedeihen.
Neben der bekannten Macchia und Zypressen gibt es Eichenwälder, die sich mit Wiesen, Olivenhainen und Weingärten kurzweilig zwischen den allgegenwärtigen Steinmauern abwechseln. Apropos Wein! Das Weinanbaugebiet von Vrbnik keltert einen ausgezeichneten, trockenen Weißwein, den Vrbnicka Zlahtina.

1 Euro = rund 7,2 Kuna (Stand Juni 2006)
Kroatische Tauchgenehmigung: 100 Kuna, ein Jahr gültig und obligat (stellt die Touristenagentur gleich neben der Basis aus).

Das Tauchcenter Divesport Krk

Die Tauchbasis befindet sich, bestens beschildert, direkt an der Bucht von Punat am Ort Kornic zwischen Krk und Punat, etwa 2 km nach der Abzweigung nach Krk und etwa 200 m vor der Abzweigung nach Punat- direkt an der Strasse neben dem historischen Kirchlein Sveti Donat aus dem 9.Jh.
Im selben Gebäudekomplex befindet sich auch das Restaurant "Dunat" sowie die Touristenagentur Sunset Kornic Parkplätze sind ausreichend vor dem und beim Basisgebäude vorhanden. Gegenüber ist in der Saison eigentlich eine geringe Gebühr fällig - ich zahlte mit dem Hinweis auf die Tauchbasis aber nichts!


Divesport Krk – Tages- und Speedboot

Die Basis arbeitet mit dem Restaurant und Touristenbüro nebenan bestens zusammen. So werden beispielsweise schöne Appartements*** im Örtchen Kornic einige hundert Meter den Hügel aufwärts vermittelt. Hier lässt es sich mit tollem Ausblick ruhig und schön wohnen und nächtigen.
Wie wohnten im Appartement Patrk Katica, einen knappen Kilometer von der Basis entfernt. Hier fehlte es uns an nichts!

Die Tauchbasis ist sauber und modern, es besteht die Möglichkeit warm zu duschen und das WC zu benutzen. Die eigene Ausrüstung lagert man in den bekannten Kistchen in versperrbaren Metallregalen. Trockenständer und Bügel für die Ausrüstung sind vor und im Basisgebäude mehr als ausreichend vorhanden.
Dekobier bzw. Imbiss oder Frühstück kann man gleich nebenan in der Konoba "Dunat" zu sich nehmen.
Von der Tauchschule sind es nur wenige Meter bis zum Bootssteg. Kommt man dabei trotzdem beim Schleppen ins Schwitzen, bietet sich das Meer nur so zur Abkühlung an! (bei unserem Aufenthalt herrschte strahlender Sonnenschein und Temperaturen weit jenseits 30°C!)
Die seit drei Jahren bestehende Basis wird von einem jungen und motivierten Team geführt. Anonyme Massenabfertigung scheint hier jedenfalls noch fremd zu sein.


Divesport Team – Füllstation und Leihflaschen

Geöffnet: April bis Oktober (2006 bis Silvester geplant)
Kompressor: Bauer 650 l/min
Leihausrüstungen: 15 neuwertige von Mares
Nitrox und Rebreather: JA
Ausbildung nach: PADI und CMAS
Tauchlehrer: 3
Mitarbeiter: Saisonabhängig bis dzt. etwa 7
Notfallausrüstung: Wenoll Sauerstoffkoffer mit an Bord
Nächste Dekokammer: Pula (ca. 2 Stunden!)

Boote:
Speedboot: bis zu 7 Taucher- der 130 PS Außenborder lässt es in Gleitfahrt nur so nach Plavnik "fliegen"!

Tagesboot: Gemütliches Holzschiff mit etwa 15 Meter Länge für max. 12 Taucher.
Mittagessen an Bord möglich (es kocht der Guide!)


Leihausrüstung – Empfangs- und Bürobereich

Die Basis verfügt ferner über einen VW-Bus samt Anhänger für Landtauchgänge.

Aktuelle Preise sind auf der recht informativen Homepage zu finden (Link unten!)

Bei unseren Gesprächen fiel mir die offenbar recht kollegiale Zusammenarbeit der Basen auf Krk auf. Man ist, ohne "Blutsbrüder" zu werden, um ein Miteinander und gegenseitige Hilfe, nicht ein Gegeneinander, bemüht. Eine entspannte Situation, die man sonst wo leider seltener findet!

Tauchen um Krk


Tauchplätze auf Krk

Hausbucht Divesport Krk:
Langweilig und flach - aber geeignet für diverse Orientierungs- und Rettungsübungen, mehr nicht - so der Basisleiter.
Zum Nachttauchen, zur Ausbildung oder zum Schnuppertauchen fährt man fünf Minuten weiter ans offene Meer.

Die von uns betauchten Plätze:


Loreley auf Cres – Am Tagesboot

Selcine: (Cres)
Mit dem Tagesboot etwa eine Stunden Fahrt.
Tolle, senkrechte Steilwand, die sich von 7 bis etwa 55 Meter erstreckt. Gute Sichtweiten, gleich mehrere Oktopusse, gelbe und weiße Gorgonien, Schwämme.
Und natürlich die allgegenwärtigen Bäumchenpolypen, Moostierchen, Hydroiden, Seescheiden, Mönchsfische, Seerosen, Drachenköpfe,...

Loreley (Cres)
Schon Überwasser ein einfach schöner Platz an der Küste von Cres! Nach beiden Seiten vom Flachbereich bis in die 50 Meter Zone senkrecht abfallender Felsrücken. "Tauchen am Gosaukamm" schrieb ich ebenso salopp wie begeistert in mein Logbuch!
Fischschwärme, Brassen, Katzenhaieier (Wo sind die Eltern?)


Katzenhaiei – Gelbe Krustenanemone

Wrack der Peltastis bei Silo (Krk):
Etwa 20 km mit dem Auto entfernt. Vom Hafen aus fährt man mit einer Partnerbasis in nur etwa 5 Minuten zum Wrack der "Peltastis", einem griechischen Frachtschiff, das im Jänner 1968 hier in einem heftigem Wintersturm mit 150 km/h Böen von der Festlandküste bei Selce vom Anker losgerissen wurde, nach Krk trieb und dort trotz Notankerung an der rauen Felsküste ein riesiges Leck an der Backbordseite erhielt und rasch sank. Die Besatzung rette sich allesamt rechtzeitig. Nur der Kapitän beharrte darauf, an Bord zu bleiben und ging mit seinem Schiff unter. Seine Leiche wurde nach mehreren Wochen, immer noch ans Steuerrad festgekrallt, geborgen (ich hab Bilder von der immer noch ans Steuerrad festgekrallten Leiche gesehen. Wahrlich kein schöner Anblick...).

Nach mehr als 35 Jahren erinnert heute nichts mehr an diese dramatischen Stunden. Heute liegt das etwa 60 Meter lange Wrack aufrecht auf dem schlickigen Meeresgrund in Vinodolski Kanal sehr nahe der Küste von Krk bei Silo. Beim Abtauchen sollte man sich durch ein Phänomen nicht irritieren lassen. Zwischen etwa 5 und 10 Metern herrscht oft miserable Sicht von nur einem knappen Meter. Darunter klart die Sicht aber wieder rasch auf 5-10 Meter auf.


Wrackimpressionen Peltastis

Schön am Wrack ist die Schiffsschraube sowie die Aufbauten und Masten. Die Masten ragen übrigens bis etwa 5 Meter unter die Meeresoberfläche. An ihnen sind auch die beiden Bojen und Shotlines befestigt. Die Brücke ist bis auf Heizkörper so ziemlich Ratzebutz leergeräumt und für erfahrene Taucher penetrierbar. Die Laderäume sind ebenso leer, aber einfach zu betauchen. Die letzte Ladung war Holz, das in Rijeka geladen wurde.
Die Fauna am Wrack ist gut entwickelt, an vielen exponierten Punkten sitzen gut getarnte Drachenköpfe und lauern auf Beute. Schöne Schraubensabellen sind ebenfalls zu finden. Wie an den meisten Wracks befinden sich auch hier ansehnliche Fischschwärme, die es umkreisen bzw. im Wrack Schutz vor Fischernetzen finden.


Wrackimpressionen Peltastis

Da es das einzige "richtige" Wrack von Krk ist und so entsprechend oft angefahren wird, empfiehlt sich während der Saison einen frühen Zeitpunkt am Vormittag zur Betauchung anzustreben, da es sonst zur Sichtweiteneintrübung durch aufgewirbeltes Sediment kommt!

Krusija (Plavnik)
Etwa 30 Minuten mit dem Speed-Boat
Am Ankerplatz befindet sich eine kleine Höhle, in die man Tauchen oder Schnorcheln kann. Nach ein paar Metern kommt man in einen kleinen, trockenen Hohlraum, in den von oben Licht einfällt.
Links aus der Bucht tauchend gelangt man an eine schön bewachsene Steilwand, die teils in Überhängen in den 40- bis 50 Meterbereich abfällt. Hier konnte ich die mir größten bekannten Fische in der sonst nicht gerade "Großfisch verwöhnten" Nordadria beobachten. Es handelte sich um eine Gruppe von oft hier jagenden Brassen.


Taucher an Steilwand – Rote Krabbe

Mafiabucht (Plavnik)
Etwa 40 Minuten mit dem Speed-Boat
Von dieser schönen Bucht auf der wildromantischen Karstinsel zwischen Krk und Cres kann man entweder nach Norden tauchen (Steilwand) oder nach Süden (Abgeschossenes(??) Schmugglerboot).
Wir entscheiden uns, die "Nordtour" zu nehmen und nach wenigen Minuten schon gelangt man zur Abbruchkante der Wand, die von etwa 15 Meter bis auf 40 Meter senkrecht und mit Überhängen abfällt. An der Wand befinden sich gelbe, weiße und violette Gorgonien sowie viele Schwämme.
Ich entdecke hier ein mir bekanntes, aber dann doch wieder unbekanntes Hohltier(?), das mich wahrscheinlich bereits vor fast 15 Jahren vor Fraskeric bei Pula als "oranger Mützenschwamm" irritierte. (Aktenzeichen XY-UW ungelöst...).
In der beeindruckenden, steilen Felsküste von Plavnik nisten übrigens riesige Weißkopfgeier!

Wrack "Paula" (Plavnik)
Etwa 35 Minuten mit dem Speed-Boat
Ein Schmankerl, das nur von dieser Basis angefahren wird! Es handelt sich hierbei um ein interessantes, etwa 18 Meter langes Segelbootwrack mit unbekanntem Namen, das nach dem Guide, der es fand, benannt wurde. Das Wrack liegt aufrecht auf etwa 30 Meter.
Über das Wrack ist noch nichts Genaues bekannt. Die Bauform des Rumpfes und das GFK-Material lassen auf einen Bau in den 70er oder 80er Jahren schließen.
Beim Wrack lebt ein großer, nein riesiger, Hummer, ferner können am Sandgrund Knurrhähne mit ihren schillernden "Flügeln" gefunden werden.


Wrack der „Paula“ – Briefing!

Mit Ausnahme der "Peltastis" sind die hier beschriebenen Tauchplätze auch für Schnorchler sehr gut geeignet!

Fazit

Eine junge, professionell arbeitende und motivierte Tauchbasis unter bayerischer Leitung auf Krk, bei der Sicherheit, aber auch Individualismus groß geschrieben wird!
Bei unserem Besuch waren schon einige "alte" Stammgäste anwesend. Etwas, das wohl für sich spricht!
Die angefahrenen Tauchplätze bieten eigentlich für jeden etwas. Speziell aber die Steilwände hier mit ihrer Fauna und Flora sollten jedes Taucherherz höher schlagen lassen!

Kontakt:
Diving Center DIVESPORT Krk
Dunat bb
HVR-51517 Kornic
Tel.: ++385-51-867 303
mail: info@divesport.de
web: www.divesport.de

Interessante Links

Basendatenbank Tauchsport Krk
Tauchfotos Kroatien

© 2006 by Harald Mathä
© Bilder 2006 by Helmut Ebner und Harald Mathä

post scriptum: JA, ich kann im 5 mm Anzug ohne Blei problemlos und entspannt tauchen!!!



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