Sparatmung - Warum eigentlich nicht ? Abgesandt von Bezzi am 22.03.2002 - 15:15:
Hallo zusammen,
bitte steinigt mich jetzt nicht: Ich weiß, dass man die sogenannte Sparatmung nicht anwenden soll. Ich selber habe dies jedoch schon einige Male gemacht mit dem Erfolg, deutlich längere Tauchzeiten herauszuschinden. Kann mir jemand erklären, was daran so schädlich ist, was da im Körper passiert und welche Folgen das haben kann ?
Vielen Dank im voraus...
Martin
Antwort von wrack-uli am 22.03.2002 - 15:19 ich bekomme Schädelweh ( Kopfschmerzen )
Antwort von Katharina am 22.03.2002 - 17:04 Vielleicht ist Deine Art der Sparatmung einfach eine - im Vergleich zu Deiner bisherigen Atmung beim Tauchen - entspanntere Atemvariante, die aber durchaus noch für die Versorgung ausreicht? Wenn das CO-Level ansteigt, merkt man das: Kopfschmerzen, Unwohlsein, Schwindel etc, denn der Körper wird ja nicht mehr so gut mit 02 versorgt.
Antwort von domi am 22.03.2002 - 18:00 ab wann ist sparatmung sparatmung und nicht einfach über die lunge feintarierung ?
Antwort von stefan am 23.03.2002 - 13:39 Das ganze hängt von der Definition der Sparatmung ab. Viele Taucher atmen unbewusst beim Tauchen falsch. Dieses falsche Atmen besteht darin, während der Atempause die Luft in den Lungen zu behalten. Wenn der Atemreiz auftritt wird kurz aus- und dann wieder schnell eingeatmet. An Land findet die Atempause im ausgeatmeten Zustand statt. Diese Art der Unterwasseratmung erfordert viel mehr Blei und auch mehr Luft da das Kohlendioxid nicht genügend abgeatmet wird und der Atemreiz öfter als nötig auftritt. Diese Art des Atmens ist auf ein Unterbewustsein zurück zu führen, das sich mit dem Aufenthalt unter Wasser noch nicht angefreundet hat.
Atmet der Taucher so wie beim normalen spazierengehen an Land und ist daher entspannter so wird er Blei und Luft sparen und mit mehr Genuß tauchen.
Versteht man unter Sparatmung das oben geschilderte falsche Atmen, wobei man zusätzlich noch gegen den Atemreiz ankämpft und dadurch weniger öfter ein- und ausatmet so handelt es sich ganz sicher aufgrund folgender Punkte um die falsche Strategie. Zum einen erhält man dadurch noch mehr Auftrieb und benötigt noch mehr Blei und zum anderen wird das Kohlendioxid noch schlechter abgeatmet. Dies kann zu Kopfschmerzen, extremen Lufthunger oder zum sog. Esoufflement führen. Beim Esoufflement wird eine heftige sehr flache Atmung durchgeführt die aufgrund von Verwirbelungen in den Bronchen die Abatmung von Kohlendioxid noch weiter blockiert und zur völligen Erschöpfung bis hin zu Panik oder Bewustlosigkkeit führen kann. Es ist immer zu bedenken, das die Atmung der beste und einfachste Regler für unsere Psyche ist.
Die normale Atmung lässt sich durch autogenes Training an Land erlernen und durch Geräteübungen im Hallenbad.
P.S. Empfehlenwert ist ein Buch von Monika Rahimi mit dem Titel "Tauchen ohne Angst". Dort wird intensiv auf dieses Thema eingegangen.
Antwort von Katharina am 23.03.2002 - 14:00 Genau, Stefan!
Ich möchte noch hinzufügen, dass es durch die CO2 Anreicherung unter Wasser auch zu plötzlicher Bewusstlosigkeit kommen kann, was im schlimmsten Fall im Ertrinken endet. Ausserdem begünstigt der erhöhte Co2-Spiegel im Körper das Eintreten einer Sauerstoffvergiftung und eines Tiefenrauschs.
Sicher kann man, wenn man auf eine ruhige, entspannte Tauchweise achtet, den Atemrhythmus in einem gewissen Mass beruhigen. Macht man ja auch bei Entspannungsübungen,Meditationen, Yoga, etc. Nur darf der Atemreiz dabei nicht keinesfalls unterdrückt oder verzögert werden.
Um den Atemrhythmus zu beruhigen, sollte man einfach mal nur den Atem BEOBACHTEN - dann fällt einem oft von alleine auf, dass man grade vielleicht aus unbewusster Unsicherheit und/oder Anspannung hektischer oder auch flacher atmet als eigentlich richtig und angenehm wäre. Wenn man sich die Ursache für eine Anspannung/Unsicherheit bewusst macht, kann man ja die jeweilige Tauch-Situation so verändern, dass wieder mehr Ruhe und Wohlbefinden und damit Entspannung einkehrt. Atmung und sich zu entspannen stehen in einem engen Zusammenhang. Man kann in vielen Lebenslagen üben, sich psychisch und körperlich Körper bewusst zu entspannen und das dann genauso auch unter Wasser anwenden. Entspannte Taucher verbrauchen nun mal wesentlich weniger Luft als angespannte. Das hat bestimmt jeder schon mal irgendwo selbst erlebt oder mitbekommen.
Antwort von peter am 23.03.2002 - 20:00 wau, ich bin beeindruckt! das sind ja x zwei richtig gute kommentare!!
Antwort von harry am 23.03.2002 - 20:12 ich habs mehrfach probiert und fühle mich damit auch nicht wohl (und tauche weiterhin glücklich *falsch* weiter)
harry
Antwort von stefan am 24.03.2002 - 06:53 Tja Harry,
da hast Du wohl mehrfach was falsches ausprobiert. Versuche doch einfach gaaaaanz normal wie über Wasser zu atmen. Das ist dann die Sparatmung im positiven Sinn. Zugegeben, das will unter Wasser erstmal gelernt sein.
Antwort von Rudi am 24.03.2002 - 19:53 Ich muß Katarina recht geben. Ich habe als Anfänger auch mal versucht durch sparsames Atmen Luft zu sparen.
Irgendwann bin ich dann daraufgekommen, daß es viel besser ist nicht auf die Atmunf zu achten, sondern sich bewußt zu entspannen und nur darauf darauf zu achten.
Daraufhin ging mein Luftverbrauch deutlich zurück. Das ganze hat ein bischen mit Meditation oder ähnlichem zu tun. Je besser man es schafft sich innerlich fallen zu lassen um so schöner der Tauchgang und umso geringer der Luftverbrauch.
Übrigens wird das "Fallenlassen" sogar sofort spürbar - man sinkt etwas ab dabei und muß nachtarieren.
Tarieren ist übrigens der zweite Teil der Geschichte. Perfekte Tarierung ist das A und O. Tarieren mit der Lunge ist Gift für den Luftverbrauch. Rechnet mal nach was sparsamer ist, ein viertel Liter pro Atemzug oder einmal einen viertel Liter in Jacket zu blasen...
Antwort von Katharina am 24.03.2002 - 23:35 Wenn man entspannt ist, tariert es sich auch viel besser... bzw. viel Rumgemache entfällt einfach!
Man ist einfach auf natürliche Weise austarierter:
physikalisch und geistig!
))
Antwort von Hartmut am 03.04.2002 - 22:56 Einatmen,sofort ausatmen, wie an Land, dann ca 5 s warten ( ist bei mir so drin, kein Zwang zum "5s müssen" )total easy, wieder einatmen and so on.
Seit dem ich so atme bin ich entspannter unter Wasser. Und das Bleiproblem lösen : Meine Wenigkeit, 1,70m Gewicht 72 kg Tauchen-mit Trocki ( Memran und dickem Unterzieher ) 2x 7er PTG nur 6kg Blei, im Roten Meer 5mm 12er Alu 4kg Blei.
Antwort von Martin Weibel am 10.04.2002 - 22:05 HMMM
Sparatmung würde ich zwar nicht gerade betreiben, aber vieliecht bewusstes Atmen. Wenn du aber wirklich länger tauchen willst leg dir eine grössere Flasche zu oder schaff dir ein 300 Bar System an.
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