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Burra Sound

Der Burra Sound ist der nordöstliche Zugang zum Naturhafen von Scapa Flow. Weil in diesem engen Zufluß zum Meer noch eine Insel (Graemsay) liegt, wirkt dies wie eine zusätzliche Verengung die eine Erhöhung der Durchflußgeschwindigkeit zur Folge hat. Dementsprechend gibt es im Burra Sound meist eine Mörderströmung, so daß man am besten während der Tidenpause taucht.
Außerhalb der Tidenpause pustet einen die Strömung bei Ebbe mit ca. sechs km/h aus dem Sund hinaus in Richtung offene See. Bei Flut wird man mit ca. acht km/h in den Sund hineingeschossen.
Ein gutes hat die Strömung: Sie putzt die Gegend schön sauber und sorgt für eine gute Sicht. Anders als die großen Wracks, sind die Wracks hier im Burra Sound deshalb auch nicht verschlammt.
Viel Strömung bringt natürlich auch viel Nährstoffe, so daß hier auch ein reiches Fisch- und Krautleben anzutreffen ist.
An Wracks sind im wesentlichen vier einigermaßen große anzutreffen. dabei handelt es sich um die Inverlane, die Doyle, Tabarka und die Gobernador Bories. Alle anderen sind mehr oder weniger Schrotthaufen die von der Royal Navy zersprengt wurden und somit schwer auszumachen sind. Hierbei handelt es sich im Schwerpunkt um die Wracks der Ronda, Budrie, Rotherfield und Urmstone Grange.



Inverlane
8900 BRT 160m Länge Burra Sound

Dieses 14m breite Schiff begann sein Leben im Dezember 1938 auf der Vegesack-Werft in Deutschland als Handelstanker der Inver Tanker Co. in Dublin. Das Ende kam mit einem Minentreffer im Tyne-Fluß 1939 bei South Shields. Hiernach wurde die noch relativ intakte, ca. 70m lange Bugabteilung in den Burra Sund geschleppt wo diese 1944 als Blockschiff in ca. 10-14m Tiefe versenkt wurde. Dieses Wrack war vor dem Januarsturm 2000 ein beliebtes Tauchziel in dessen Bugsektion ein großer Seehund zuhause war. Außerdem gab es wegen der klärenden Strömungsverhältnisse von ca. 7kn eine Sicht von ca. 40m. Mit der Zeit wurde das Tauchen aber immer gefährlicher, die Mittschiffssektion fiel in sich zusammen, das Wrack bewegte sich in der Strömung und das Rumpfteil fing an, hinter der Brücke auseinanderzubrechen. Im Januarsturm setzte sich das Wrack zunächst ca. 2m  tiefer in das Wasser und sank schließlich ganz unter den Wasserspiegel. Die verschiedenen Stadien des Untergangs sind in untenstehender Bildersammlung gut zu sehen. Taucht man hier um die Inverlane herum, stellt man bald fest, daß die Überreste der Inverlane auf einem anderen Schiff draufsitzen. Ca. 15m südlich vom Bugteil der Inverlane findet man einen Schiffskessel - angeblich den der Budrie. Aber das ist umstritten.
 
 

Photo copyright Charles Tait.
Our special thanks to Dr. Tait who kindly
allowed us to use his great photos on our site.
Inverlane Nahaufnahmen
Mit freundlicher Genehmigung vom Urheberrechtsinhaber Herrn Lutz Drößler
 
Photo courtesy by the holder of the copyright Mr. Bob Anderson


Gobernador Bories
2.332 BRT 58°92`32``N/03°31`22``W

Dieses Schiff wurde 1882 als Einschrauben-Dampfschiff in West Hartlepool gebaut und fuhr zunächst als Frachtschiff über die sieben Meere. Dann wurde es verkauft und in Punta Arenas/Chile registriert. Dort fuhr es in den eisigen Gewässern um Kap Hoorn und den Falklandinseln als Fabrikschiff einer Walfangflotte. Nachdem bei Kriegsanfang 1914 am Beispiel von SMU 18 britischerseits bemerkt wurde, wie leicht feindliche Uboote in Scapa Flow eindringen können wurden von der Admiralität 22 Schiffe mit ca. 50000ts angekauft und in den Eingängen zu Scapa versenkt. Darunter befand sich auch die durch den rauhen Walfangbetrieb zu einer Hulk heruntergekommene Gobernador Bories. Sie wurde 1915 kopfüber mit einer Krängung von ca. 45° im Burra Sound in 14-18m Tiefe als eines der ersten Blockschiffe ca. 300m südöstlich der Inverlane versenkt. Nach einer anderen Quelle sollen die GPS-Koordinaten für das Wrack lauten wie folgt: 58° 55` 25``N / 03°18`33``W. Das Problem ist, daß von GPS-Computer zu GPS-Computer Unterschiede in der Positionsermittlung vorkommen.

Das Wrack dieses Schiffes liegt mehr oder weniger aufrecht auf einem Seegrund aus weißem Sand und Gestein. Das Schiff ist mittschiffs am meisten in Mitleidenschaft gezogen. Man kann hier auch ohne weiteres leicht in den Maschinenraum mit der Kesselanlage kommen. Hier ist ein interessanter Eingang zum Wrack für einen Penetrationstauchgang. Das eingefallene Oberdeck liegt hier auf dem Steuerbordkessel der Maschinenanlage auf. An der Tunnelseite befindet sich als weiteres Stützelement ein Wassertank. So entsteht eine Art Tunnel durch den man tauchen kann. In diesen Tunnel ragen einige Rohre von einem anderen Kessel hinein.


Photo courtesy of
John Liddiard

Die Lichtverhältnisse hier sind auch interessant, dringen doch auch Lichtsrahlen von draußen hier in den Tunnel. Aufgrund der Strömungsverhältnisse gibt es hier kaum Schlamm, so daß man diesen Aspekt nicht besonders einzuberechnen braucht. Wendet man sich in dem Tunnel dann dem hinteren Schiffsteil zu, kommt man zur Dampfmaschinenanlage selbst. Hier lassen sich noch einige Bedienhebel ausmachen.


Photo courtesy of
John Liddiard

Hinter der Maschinenanlage kann man dann weiter die Schraubenwellen bzw. deren Tunnels sehen. Leider werden sie zT. von heruntergefallenen Platten verdeckt. das Heck selbst ist gegenüber dem restlichen Schiffsteil stärker nach Steuerbord geneigt und besser intakt als der Rest des Schiffes. Zur Betrachtung lädt hier insbesondere der Steuermechanismus am Ruderschaft ein. Am Heck ist das Ruder und die Schiffschraube am sehenswertesten.


Photo courtesy of
John Liddiard

Beim Tauchen im Wrack sollte man aber bedenken, daß da tonnenweise Steine auf dem Deck liegen und das Deck nun auch nicht mehr das stabilste ist.
Am besten dringt man am fast ganz am Bug bei einem paar Festmacherpollern in das Wrack ein und arbeitet sich so ca. 10m durch die Laderäume und den Maschinenraum zum Heck durch. In die vordere Bugsektion selbst kommt man durch ein Loch an der Backbordseite. Die Bugsektion liegt gegenüber dem übrigen Hauptschiffsteil eher auf der Backbordseite. Beim Abtauchen an der Bojenleine sollte man gut aufpassen! Manchmal hat es hier eine Mörderströmung-maximal bis zu 12 kn! Man fliegt hier also ziemlich durchs Wasser und sollte schauen, daß man schnell in das Wrack kommt bzw. einen Strömungsschatten. Diese Strömung bringt aber auch eine gute Sicht mit sich. So ist von 15-40m fast alles drin. Am besten sucht man sich als Tauchzeit die Phase der Tidenruhe -ca. 13.15 Uhr Lokalzeit- aus. Dann hat man ca. 30-45 Minuten Zeit für den Tauchgang. Aber auch dann ist immer noch ein wenig Strömung vorhanden. Die Strömung setzt dann aber nach dieser Zeit innerhalb weniger Minuten wieder ein! Je länger man also von diesem Zeitpunkt an noch gewartet wird, desto stärker die Strömung. Angeblich sollen auch noch Tauchgänge im Stundenbereich möglich sein. Also rechtzeitig wieder an die Bojenleine kommen, sonst muß man von einem Schnellboot davor bewahrt werden nicht in der Arktis zu landen:-)
 

Detail am Wrack
Photo courtesy by Thomas A. Easop



Doyle
1761 BRT Burra Sound

Dieses Wrack wurde 1907 in Troon als Einschraubendampffrachter gebaut, in Belfast registriert und 1940 in 14-17m Tiefe auf ihrer Backbordseite -nicht weit weg von der Inverlane- zwischen den Inseln Graemsay und Hoy versenkt. Man kann hier drei Decks betauchen, bei denen jeweils die Heckabteilungen die noch am besten erhaltenen sind. Das Wrack sollte nur in den Tidenpausen betaucht werden, da das Wrack auch wegen der hier hängenden und abgerissenen Fischernetzen nicht ungefährlich ist. Messer und Schneidewerkzeug nicht vergessen! Das Bojenseil zum Abtauchen führt direkt zu den oberen Teilen der Hecksektion. Hier läßt man sich am besten in das Wrack sinken und taucht an der Backbordseite in Richtung Bug. Außen am Wrack wächst Kelp auf dem Seeboden, Seegurken krabbeln herum und zahme Barsche kommen um gefüttert zu werden.
 
 

Detail am Wrack
Photo courtesy by Thomas A. Easop



Tabarka
2.624 BRT 58°92`67``N/03°31`30``W

Dieses Wrack wurde ursprünglich 1909 in Rotterdam gebaut und versah seinen Dienst als französisches Frachtschiff das in Rouen als Pollux registriert war. Im Jahr 1940 wurde sie nach der Niederlage Frankreichs in Falmouth beschlagnahmt.
Ursprünglich 1941 als Blockschiff im Kirk Sound versenkt, wurde sie gehoben und 1944 im Burra Sound kopfüber in 14-18m Tiefe versenkt - gerade ein Stückchen westlich von der Inverlane. Sie bietet gute Zugangsmöglichkeiten zum Maschinenraum mit seinen Zwillingskesseln. Zugangsmöglichkeiten bieten sich am Heck, mittschiffs und durch ein kleineres Loch am Bug. Wenn man durch den Rumpf schwimmt, kann man das in zwei Decks. Wie alle anderen Wracks im Burra Sound taucht man hier am besten, wenn Tidenpause ist. Kommt man beim auftrauchen in die Strömung, muß man aufpassen nicht gegen das Wrack geworfen zu werden. Auch Dekostops sollten hier nicht notwendig werden. Außen am Wrack ist der Seegrund mit Kelp bewachsen in dem sich haufenweise kleine Krabben tummeln die von den Fischen gejagt werden. Die Bullaugen im Wrack sind von vielfarbigen Anemonenhaufen besiedelt. Die flachste Stelle an diesem Wrack beträgt drei bis vier Meter.



Budrie
2.252 BRT Burra Sound

Dieser in Bombay/Indien registrierte Einschraubendampfer wurde 1882 in Glasgow gebaut und hieß vor seiner Versenkung im Burra Sound 1915 auch noch Cannig und Golconda. Dieses Wrack wurde 1962 duch die Royal Navy gründlich zersprengt.



Ronda
1.941 BRT Burra Sound

Dieser in Hull registrierte Einschraubendampfer wurde 1889 in Sunderland gebaut und 1914/1915 im Burra Sound versenkt. Dieses Wrack wurde 1962 duch die Royal Navy gründlich zersprengt.



Rotherfield
2.831 BRT Burra Sound

Dieser in London registrierte Einschraubendampfer wurde 1889 in West Hartlepool gebaut und 1914 im Burra Sound versenkt.



Urmstone Grange
3.423 BRT Burra Sound

Dieser in London registrierte Einschraubendampfer wurde 1894 in Belfast gebaut und 1914 im Burra Sound versenkt. Die Royal Navy zersprengte das Wrack zur Sicherung der Schifffahrt 1962 gründlich.



Burra Sound Strömungstauchgang
Diverse 1000t Wrack mehrere 1000 m Burra Sound

Dieser Tauchgang findet im Burra Sound nicht wie gewohnt in der Tidenruhezeit statt, sondern bei Flut während Strömung herrscht (Bei Ebbströmung bestünde die Gefahr aufs offene Meer gepustet zu werden und nicht durch den Burra Sound). Das ist an diesem Tauchgang ja gerade der Witz. Mit dem Burra Sound- Express wird man hier nachdem man ca. zwei Stunden vor dem Hochwasser beim Leuchtturm reingesprungen ist, durch den Sund gezogen und passiert dabei mit einer Geschwindigkeit von ca. vier Knoten vier Wracks auf einmal. Die Flugstrecke führt über ein Terrain von Sand- und Kiesbänken mit Tiefen von 18 bis sechs Metern. Bei guter Sicht passiert man so die Überreste der Inverlaine, Tabarka, Doyle und Gobernador Bories. Die normalerweise gesetzten Bojen oder Hebesäcke sollte man bei diesem Tauchgang erst mal nicht auspacken-zu groß die Gefahr, daß sich das Fadenzeug um ein Wrack und einen Taucher wickelt. Während man so dahinfliegt, sollte man gut aufpassen, damit man kein Wrack ausläßt. Die gute Sicht hier im Sund sollte gewährleisten, daß man den Guide nicht aus den Augen verliert. Beim annähern an Wracks immer auf der Hut sein vor hervorstechenden Wrackteilen und dem Verlauf der Strömung! Jumpt man früher als die zwei Stunden vor Hochwasser rein, ist die Strömung zu schnell und man läuft Gefahr, sich an den Ecken, Kanten und Pieksmöglichkeiten der Wracks aufzuspießen. Nach dem Strömungstauchgang wird man dann wieder bequem vom Tauchboot eingesammelt.
Durchgeführt wird dieser Tauchgang soweit ich weiß nur von Scapa Charters mit den Schiffen MV Sharon Rose und MV Stormdrift (Tel. :01856-851218; enquiry@scapacharters.co.uk). Siehe dazu auch deren Homepage www.scapacharters.co.uk

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