(C) 2001 Oliver Meise
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U.S. Naval Historical Center Photograph
Bei den Überresten dieses 111,8m langen Schiffs handelt es sich
um den ungemein wassersüchtigen und zweimal untergegangenen spanischen
6.890 ts-Kreuzer Infanta Maria Teresa. Im Jahre 1889 wurde auf der
Werft "Sociedad Astilleros del Nervion" in Bilbao / Spanien mit dem Bau
dieses 19,81m breiten Kriegsschiffs begonnen. Nachdem der Rumpf 1890 vom
Stapel lief, wurde die Infanta Maria Teresa dann bis 1893 fertiggestellt
und dann mit 497 Mannschaftsmitgliedern unter dem Kommando von Kapitän
Victor Concas y Palau in Dienst gestellt.
Die Hauptbewaffnung bestand wie bei einigen anderen spanischen Kreuzern
aus zwei 28cm Hontoria- Geschützen. Die Sekundärartillerie umfaßte
zehn 14cm Hontoria-Geschütze, acht 5,7cm Hotchkiss Schnellfeuergeschütze,
sowie acht 3,7cm Hotchkiss-Revolverkanonen und zwei 2,2cm Nordenfelt MG`s.
Schließlich befanden sich für Landungstruppen noch zwei
mobile 5cm-Bronzekanonen an Bord.
Die Torpedowaffe war mit acht Rohren vertreten.
Im Vergleich zu den anderen spanischen Kriegsschiffen war die Infanta
Maria Teresa nur schwach gepanzert: An der Seite war der Stahl-Compound-Panzer
maximal 30,5cm , bei den Barbetten maximal 25cm und an Deck im Höchstfall
5cm stark.
Angetrieben wurde der Zweimaster von einer 13.700 PS-Dampfmaschine
die auf zwei Schrauben wirkte und so eine Maximalgeschwindigkeit von 20,25
Knoten erzielen konnte. Der Kohlenvorrat von 1.050ts ermöglichte der
Infanta
Maria Teresa eine Reichweite von 9.700 Seemeilen bei einer Reisegeschwindigkeit
von zehn Knoten.
Nach der Indienststellung trat die Infanta Maria Teresa zum Kap
Verden-Geschwader des Admirals Cervera.
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Die Infanta Maria Teresa wurde von ihm zum Flaggschiff gemacht
und führte fortan das Geschwader an.
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Wie schon bei der Darstellung der Ereignisse um die USS Maine
geschildert, kam es in der Folgezeit zu Spannungen auf Kuba und im weiteren
dann auch mit den USA. Hierauf verlegte das Kap Verden-Geschwader nach
Kuba,wo dann auch der Spanisch-Amerikanische Krieg ausbrach und die Flotte
Admiral Cervera`s im Hafen von Santiago festlag. Auch die dringend überholungsbedürftige
Infanta
Maria Teresa beteiligte sich am 3. Juli 1898 am Ausbruch der Flotte
aus dem Hafen von Santiago. Als das Schiff, daß als erstes aus dem
Hafen auslief, bekam es dann natürlich auch das meiste Feuer der US-Schiffe
ab.Nach Aussagen des Hafenlotsen von Santiago Miguel Lopez war sie schon
durch Treffer am sinken nach Passieren der Diamante-Sandbank und dem damit
verbundenen Eindrehen auf Westkurs.So war die Infanta Maria Teresa
sehr schnell ernstlich beschädigt und stand auch wegen der vielen
Holzbaustoffe an Bord dann weiter auch noch in hellen Flammen.
  LC-D4-21524 LC-D4-21532
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Um das Leben seiner Männer zu retten, setzte nachdem der Kapitän
gefallen war, der Admiral persönlich die Infanta Maria Teresa
daraufhin um 10.15 Uhr nur einige wenige Seemeilen westlich von Santiago
auf die Felsen.
Library of Congress Photograph LC-D4-21523
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Interessanterweise dampfte kurz nach Ende der Kämpfe ein weiteres
Kriegsschiff heran: Zunächst wurde es wegen seiner Flagge ebenfalls
für ein spanisches Schiff gehalten.In Wahrheit handelte es sich statt
der Rot-Gelb-Roten Flagge Spaniens um die Rot-Weiß-Rote Flagge des
Kaiserreichs Österreich.Um Haaresbreite entging dieses Schiff einer
Versenkung. Später tauschte man Flaggensignale aus,nach denen das
K-und-K Schiff Maria Theresa hieß (!!).
Über einen Monat später wurde die Infanta Maria Teresa
dann
trotz der weitflächigen Feuerschäden und den Explosionen in den
Munitionsmagazinen von der US-Marine durch Lieutenant-Commander Pillsbury
und Lieutenant George Blow untersucht und für verwendungsfähig
befunden.
 
LC-D4-21528
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  LC-D4-21525
LC-D4-21529
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Library of Congress Photograph LC-D4-21527
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Auch die vorgefundenen Schwarzkopf-Torpedos, sowie die Geschütze
und die Munition wurde begutachtet und soweit möglich abgeborgen und
in die USA verschickt.Die Schäden am Unterwasserschiff wurden provisorisch
behoben und das Schiff dann zur Grundüberholung nach Norfolk geschleppt.
Auf dem Weg dorthin kam der Schleppzug aber in einen Tropensturm und der
Schlepper USS Vulcan mußte die Schlepptrosse losmachen. Die
Infanta
Maria Teresa trieb ab und brach zwischen zwei Riffen auf Cat Islands/Bahamas
entzwei.
Hier liegt es jetzt im Flachwasser und ist ideal zu betauchen. Neben
einigen 14cm Hontoria- Geschützen mit einem der Geschütztürme
im Hintergrund gibt es auch noch so einiges an technischen Ausrüstungsgegenständen
zu begutachten.

John Seabury and Greenwood
Resort, Cat Island, Bahamas
Ein Stück weiter weg kommt dann die Ankerkette mit weiterem Decksgut
in Sicht.und man stößt auf weitere Geschütze mit dem dazugehörigen
Turm.

John Seabury and
Greenwood Resort, Cat Island, Bahamas
Von den Geschützen dieses Wracks wurden einige geborgen und ganz
nach alter Seefahrertradition mit nach Hause genommen und dort als Trophäe
ausgestellt. Eins der 14cm Hontoria-Geschütze ist so auch nach Ottumwa,
Iowa /USA gekommen. Sie steht heute auf dem Zeltplatz vom "Greater Ottumwa
Park". Das Geschütz weist auf seinem Schutzschild oben Beschädigungen
auf.Nach dem Trefferbericht der US-Marine muß es sich deshalb um
das Geschütz handeln, das auf der Infanta Maria Teresa unter
dem vorderen Schornstein befunden hatte.
Vielen Dank an dieser Stelle für die Tauchfotos an John Seabury
und die Mannschaft vom Greenwood
Resort auf Cat Island / Bahamas, speziell Chris!
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