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Du bist hier: Tauchführer Kuba La Habana







Die Provinz La Habana umfaßt die Hauptstadt Kubas -Havanna- und deren Umland. Man hat hier eine atlantische Nordküste und eine karibische Südküste. Taucherisch ist die Südküste eher tote Hose, da hier fast keine Infrastruktur für Taucher vorhanden ist. Vielleicht gerade deshalb für den abenteuerlich veranlagten Taucher interessant? Aus diesem Grund wird diese Region in diesem Tauchführer auch erst mal ausgespart. Sollte sich später mal etwas interessantes ergeben, wird dies im Wege eines Updates mitgeteilt.

Dafür bietet in der Hinsicht die atlantische Nordküste schon sehr viel mehr. Neben der quirligen Hauptstadt mit den vielen kurzweiligen Verführungen wird hier auch das Tauchen angeboten. Teilweise versteht man wenn man von Havanna spricht auch Varadero dieser Örtlichkeit bzw. Provinz zugehörig. Dem ist nicht so. Varadero gehört in Wirklichkeit zur Provinz Matanzas.

Im Stadtgebiet von Havanna liegt so einiges für den begeisterten Altmetalltaucher. Die Tauchzone mit ihren 72 Tauchplätzen ist hier paralell zur Küste 100km lang und drei Kilometer breit. An Fauna trifft man hier speziell einheimische Korallenfische an, wzB. den blauen Cromi, den Carajuelos, die nachtleuchtenden Candiles sowie die Roncos Jeniguanos und Barben. Etwas tiefer trifft man Schildkröten, Katzenhaie, Thunfische, Casteros und Schwertfische an. In dem Tauchgebiet östlich von Havanna befindet sich ein 20km langer Gürtel von feinem weißen Korallensand. Aufgrund der noch vorherrschenden Lebensmittelknappheit werden aber die Fischbestände auch stark bejagt. An Wracks wird einem auch einiges geboten. Die hier aufgeführten Wracks sind aber nur ein Bruchteil dessen, was wirklich hier liegt! Leider sind die meisten Wracks historischer Natur und dem Normaltaucher kaum zugänglich. Sobald weiteres bekannt wird, wird dies hier im Wege eines Update mitgeteilt.

           

Von diesem Wrack ist bis dato nicht viel bekannt. Es soll ein brennendes Handelsschiff gewesen sein, daß hier zunächst steuerlos auf Grund lief und dann in eine Tiefe von ca. 25m sank. Heute findet man es in drei Teile zerbrochen vor, wobei besonders das Heck ein Fischmagnet sein soll. Mittlerweile sind alle Schiffsteile schon gut bewachsen, so daß man sich hier bunte Korallen, Algen und Schwämme anschauen kann. Sobald weiteres bekannt wird, wird dies hier im Wege eines Update mitgeteilt.

Mit diesem Wrack ist eine schaurige Geschichte verbunden: Die Sanchez Barcastegui war im Jahre 1895 ein 8000 ts-Kreuzer der damals noch stolzen spanischen Flotte. Zur Bewaffnung an Bord gehörten schwere Geschütze der Firma Krupp aus Deutschland. Der Kreuzer lag am 18. September 1895 in der spanischen Kolonialstadt Havanna im Hafen vor Anker, als die Nachricht kam, daß ein amerikanisches Schmugglerschiff unterwegs sei, um einheimischen Rebellen Waffen zu liefern. Sofort bei Erhalt der Nachricht -es war bereits Nacht- ließ der Kapitän Dampf auf die Kessel machen und ging ankerauf. Seine Segel konnte er im engen Hafengewässer noch nicht einsetzen, und so dampfte man also durch die Ausfahrt auf die Hafenmündung mit dem Fort Morro Castle am Ufer zu.

Kurz bevor man Morro Castle erreichte, geriet ein Maschinist mit seinem Arm in den Generator, was einen plötzlichen Ruderausfall zur Folge hatte. Steuerlos geworden, trieb die Sanchez Barcastegui auf die felsigen Klippen bei Morro Castle auf. Hierbei rammte sie auch noch das Handelsschiff Mortera. Nur einen Steinwurf von den Wachen auf den Zinnen des Morro Castle entfernt entspann sich nun in einem Zeitraum von nur 20 Minuten bis zum Untergang ein Drama: Trotz des nahen Ufers hörte man fürchterliche Schreie, deren Ursache man erst am nächsten Tage gewahr wurde: Von den 150 Besatzungsmitgliedern überlebten nur sieben! Der Rest ertrank oder wurde in der Nacht von immer wieder angreifenden Hairudeln gefressen!
In den Folgemonaten war die Schiffahrt im Hafen einigermaßen behindert: Die Schiffsmasten der Sanchez Barcastegui ragten noch aus dem Wasser und behinderten den Verkehr. Man fand gegen ein entsprechendes Entgelt dann aber tatsächlich Taucher, die sich bereiterklärten, diese Hindernisse auf einer bestimmten Höhe abzusägen. Dies wurde dann auch so ausgeführt. Den Schiffssafe mit dem goldigen Inhalt fand man nicht. Angesichts der starken Strömungen und der vielen Haie vor Ort kann man sich aber auch vorstellen, daß einem das Leben lieber ist, als ein Safe.
Im Jahre 1940 versuchte sich nochmal ein amerikanisches Taucherteam am Schiff bzw. dessen Safe. Zwei Tage später waren sie verschwunden. Ob sie den Safe gefunden haben oder ihnen ein paar Haie auf den Zahn gefühlt haben, ist nicht bekannt.
Ein Dutzend Jahre später wurde dieses Wrack dann auch von Sporttauchern aufgesucht - und gemieden. Die Haie vor Ort erinnerten anscheinend eher an Uboote und hatten obendrein wohl noch schlechte Manieren:-)
Dies alles hält unternehmungslustige Menschen aber nicht davon ab, an diesem Wrack mit dem Safe im Hinterkopf ihr Glück zu versuchen.
Um hier zu tauchen, muß man eine starke psychische Konstitution haben. Man taucht im Fahrwasser der Hafeneinfahrt. Wenn also Riesenpötte ein- oder auslaufen wummert das hübsch in den Ohren...
Und nicht zu vergessen: Eingedenk der Historie des Wracks taucht man hier immer mit einem erhöhten Adrenalinspiegel, muß man doch damit rechnen, daß jederzeit Kamerad Hai vorbeikommt und schaut ob man auch ein Ticket für die Himmelfahrt gelöst hat.
Am Wrack selbst stehen in ca. 25m Tiefe einige große Fische und einige kleine Fischschwärme. Beim Abtauchen sieht man an diesem Tauchplatz aufgrund der Wasserbewegungen nicht besonders viel. Erst ca. drei Meter über dem Wrack beginnt die Sicht relativ schlagartig aufzuklaren. Hier hat man dann eine Sicht von ca. sieben Metern. Das Wrack liegt platt am Hafenboden. Der Rumpf mit seinen Metallplatten ist vollständig zusammengefallen. Trotzdem kann man von der Konstruktion des Schiffes noch einiges erkennen und die Sektionen unterscheiden. Aufgrund der Strömung hier am Hafengrund sind die Überbleibsel trotz der langen Zeit von über 100 Jahren nicht bewachsen. Dem Vernehmen nach soll einer der letzten Taucher am Wrack in der Nähe der Überreste vom Ruderhaus unter den Überresten der Bodenhölzer eine Goldmünze gefunden haben. Was man aber noch auf dem Hafengrund finden kann sind haufenweise alte Kanonenkugeln und Flaschen. Hier müssen in alten Zeiten so einige Seeschlachten bzw. Saufgelage stattgefunden haben:-)

Von diesem Wrack ist bis dato nicht viel bekannt. Es soll ein ausgedientes Fischerboot gewesen sein, daß hier absichtlich in eine Tiefe von ca. 24m versenkt wurde. Wahrscheinlich geschah dies im Rahmen der kubanischen Bemühungen für die Taucher ansprechende Tauchdestinationen zu schaffen. Mit diesem Wrack ist dies gelungen, ist es heute doch schon bewachsen und Lebensmittelpunkt für den ein oder anderen stattlichen Fischschwarm. Sobald weiteres bekannt wird, wird dies hier im Wege eines Update mitgeteilt.

Auch bei diesem Wrack handelt es sich um eines der von dem Schatztaucher-Konsortium Visa Gold Explorations Inc. entdeckten Schiff. Anders als bei der Palemon ist dieses Wrack hier -die Santissima Trinidad- tatsächliche eines der spanischen Schatzschiffe, mit denen das spanische Weltreich aufgebaut wurde. Man vermutet, daß im Hafen von Havanna und seiner Umgebung ca. 400 dieser Schatzgaleonen liegen. Die Santissima Trinidad befindet sich ca. 10 Meilen westlich vom Hafen Havannas und soll genau eines jener 100 Schiffe sein, mit denen Inka- und Atztekengold nach Spanien geschafft wurde. Damit könnten die gefundenen Gegenstände tatsächlich einmal durch die Hände von Hernan Cortez gegangen sein -dem spanischen Eroberer des Amerikanischen Kontinents.

Über die von ihm entdeckten Meeres- und Landwege dürfte dann der Schatz den Weg genommen haben, den jedes Kilo des geraubten Goldes gegangen ist: Zunächst von Terra Firme (Amerika) über den Haupthafen Havanna direkt nach dem damaligen Welthandelshafenzentrum Sevilla in Spanien.

Viele Gefahren lauerten auf diese Schiffe: Abtrünnige Kapitäne, Piraten, Stürme, Krankheiten, Epidemien, kriegerische Völker und feindliche Nationen. Auch die Santissima Trinidad sollte einem dieser Übel anheimfallen: Im Jahre 1711 geriet diese Galeone der Almiranta-Klasse mit 60 Kanonen und haufenweise Silbermünzen für König Phillip V. an Bord in einem Hurrikan und sank. Die fast 400 Millionen US-Dollar schwere Ladung sollte fast 300 Jahre ruhen, bevor sie wiederentdeckt wurde!

Nachdem Visa Gold von der kubanischen Regierung eine Bergungslizenz erhalten hatte, wurden erst einmal Scans vom Seeboden in den Lizenzgebieten vorgenommen. Hier registrierte man 93 interessante Wrackstellen. An einer davon wurde dann im letzten Jahr begonnen zu tauchen. Zunächst fand man nur drei große Haufen - Anzeichen für den Standort eines Wracks. Nachdem nämlich das organische Material über die Jahrhunderte weggegammelt war, blieben die Ballaststeine im Schiffsrumpf übrig. Diese wurden bei diesen großen Schiffen zur Stabilisierung der Schiffsbewegungen bei Wellengang benötigt. Zunächst wurden bei diesen Ballaststeinen nur Metallteile und Metallscherben gefunden. An Stellen wo Korallen weggebrochen wurden fand man dann aber schon Teller und Schüsseln. Nach der Auswertung von Luftaufnahmen dieses Wracks fand man neben den Ballaststeinhügeln auch fünf Reihen mit Kanonen und die Überreste des Bugs vor. Genauere Recherchen im Indien-Archiv in Sevilla / Spanien ergaben dann, daß sogar eine Lagekarte des Wracks vorhanden war. Diese hatte noch 1711 ein spanischer Gutsbesitzer angefertigt. Nach dessen Angaben war die Santissima Trinidad am 4. Dezember 1711 aufgelaufen. Weiter soll schon damals eine kleine Bergungsoperation im Flachwasser stattgefunden haben. Diese mußte aber abgebrochen werden, weil nach zwei Tagen ein Tropensturm aufzog und das Wrack in tieferes Wasser schlug. Nach weiteren zehn Tagen zog erneut ein Hurrikan herauf, der eventuelle weitere Bergungsbemühungen als sinnlos erscheinen ließ weil er das Wrack vollends zerschlug. Bisher wurden ca. zwei der acht Millionen Silbermünzen geborgen. Da man immer noch am Wrack arbeitet läßt sich noch nicht sagen, wie erfolgreich die Operation noch werden wird.

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